Liebe Leserinnen und liebe Leser,

In diesen Tagen fühlen viele den Impuls, mehr für ihre Gesundheit zu tun und mit Sport zu beginnen. Da atmen wir durch, der Kreislauf kommt in Schwung, der Kopf wird frei. Sport treiben und gesund bleiben ist das Motto. – Doch langsamer Aufbau ist wichtig!

Bewegungen wie Joggen, Walken, Radfahren und Schwimmen halten fit. Allerdings muss der Körper den Belastungen gewachsen sein, sonst drohen Verletzungen. Besonders Freizeitsportler, die nach längerer Pause nun wieder richtig „loslegen“ wollen, sollten ihr Trainingspensum langsam steigern und Warnsignale des Körpers ernst nehmen.

Training langsam beginnen

Nach längerer Pause sollte das Training also langsam aufgebaut werden. Denn Überlastungsschäden drohen vor allem denen, die an alte Leistungen allzu schnell wieder anknüpfen wollen. Ich denke dabei an den Jogger, der nach der Winterpause wieder die gleiche Strecke wie im letzten Herbst laufen möchte. Oder an den 40-Jährigen, der zuletzt als Jugendlicher trainiert hat. Zwischenzeitlich hat er etwas an Gewicht zugelegt, und nun will er wieder Sport treiben. Ihnen allen empfehle ich dringend eine sportmedizinische Grund-Untersuchung mit Belastungstest.
Bekanntlich hat mangelnde Bewegung negative Folgen für die Gesundheit. Aber auch falsche oder einseitige Dauerbelastungen haben Risiken für Skelett- und Muskulatur zur Folge.
Zunächst mag es Ihnen etwas seltsam erscheinen, dass Erwachsene unter Anleitung eines Lehrers das Laufen oder Schwimmen wieder „neu“ erlernen sollen. Für manch einen ist das jedoch dringend notwendig, um keine gesundheitlichen Schäden zu erleiden. Deshalb ist das erneute Erlernen unter Aufsicht von geeigneten Physiotherapeuten und Sportmedizinern medizinisch begründet.
Dabei werden die individuellen anatomischen und physiologischen Grundvoraussetzungen vom Arzt beurteilt: Die Haltungsfehler und muskulären Ungleichgewichte. Bei der „Trainingsbetreuung“ geht es vor allem um Muskelpflege, beginnend mit dem Aufwärmen bis zu Ernährungstipps und Entspannungstechniken. Generell rate ich Patienten mit starkem Übergewicht vom Joggen ab. Wenn jemand zwanzig Kilo zu viel hat, sind Walken (deutlich geringere Belastung), Schwimmen (Auftrieb des Wassers hilfreich) und Radfahren (Gewicht ruht auf dem Sattel) geeignete Sportarten. Joggen ist aufgrund der hohen Gelenkbelastung für diese Personengruppe keine empfehlenswerte Maßnahme.

Phasen zur Regeneration


Spricht jedoch alles für das Laufen, sind gute Schuhe und ausreichende Regenerationsphasen unerlässlich. Wiedereinsteigern empfehle ich nach jedem Training ein bis zwei Tage Pause einzulegen. Wer diesen Rat nicht befolgt, riskiert Verletzungen.
Häufig sind Überlastungsreaktionen von Bändern, Sehnen und Knorpel, wenn das Training zu schnell gesteigert wurde. Da viele Menschen dazu neigen, warne ich ausdrücklich davor. Denn diese schlecht durchbluteten Gewebe passen sich im Gegensatz zur Muskulatur nur langsam an die gesteigerten Belastungen an. Das ist auch der Grund dafür, warum Verletzungen besonders häufig in der ersten Zeit nach Wiederbeginn auftreten. Das bestätigen Studien eindeutig.

Gegen Schmerz nie anlaufen

Sportler sollten auf die Überlastungssignale des Körpers achten und Schmerzsignale ernst nehmen. Auf keinen Fall darf gegen einen Schmerz angelaufen werden. Die meisten Menschen reagieren auf Probleme dann vernünftig, indem sie pausieren.
Treten Probleme jedoch trotz geringerem Trainingspensum, trotz Wechsel der Schuhe, trotz verbessertem Laufstil immer wieder auf, sollten Sie sich damit abfinden, dass Joggen nicht der geeignete Sport für Sie ist. Für manche bricht dann eine Welt zusammen, wenn er seine Ziele begraben muss. Häufig muss der Sportarzt seinem Patienten diesen Rat sensibel beibringen. Bewegung tut Kreislauf und Psyche gut und senkt das Risiko für viele Krankheiten. Manche Effekte sind unmittelbar zu spüren: Herzfrequenz und Blutdruck in Ruhe und bei Belastung sinken, ebenso der Sauerstoffbedarf des Herzens, das Schlagvolumen steigt. Konzentration und Gedächtnisleistung nehmen zu. Sportler sind ausgeglichener, schlafen und verkraften Stress besser, sind weniger anfällig für Infekte und Gewichtsprobleme.
Zudem ist belegt, dass Ausdauertraining das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose, Krebs, Demenz und Depressionen mindert.



Für Ihre Gesundheit
alles Gute wünscht
Ihr Wolfgang Woynar

Herzlichst Ihr Wolfgang Woynar


Geeignete Sportarten für ausreichend Bewegung nach der langen Winterzeit


Der Start in die Sportsaison des Frühjahrs muss mit Bedacht angegangen werden. Doch es gibt Sportarten, die sich für jedes Alter eignen.

Walking/Walken
„Gehen ist die beste Medizin“.
In den USA hat der Gesundheitssport mit einigen Millionen aktiven Walkern die Sportart Joggen „überholt“. Walken kann jeder, ob jung oder alt, dick oder dünn. Ärzte empfehlen vor allem älteren Menschen, Übergewichtigen und sportlichen Neueinsteigern zu „Gehen“ anstatt zu „Rennen“. Die Technik ist sehr einfach. Prinzipiell handelt es sich um schnelles, sportliches „Marschieren“ mit besonders betontem Armeinsatz, das heißt mit bewusstem gegengleichem Schwingen der angewinkelten Arme.
Walken – Kurzanleitung
Blick fünf Meter voraus auf den Boden
Kinn nach innen, Nacken lang, Schultern unten lassen und leicht nach hinten ziehen
Leicht geöffnete Faust
Brustkorb heben, Bauch einziehen, leicht anspannen
Arme leicht spitz angewinkelt, Ellenbogen parallel, nahe am Körper
Füße abrollen
Verletzungen von Muskeln, Bändern und Gelenken kommen beim Walken selten vor, weil im Gegensatz zum Joggen immer ein Fuß die Erde berührt.

Radfahren/Radsport
Radeln fördert die Ausdauer, stärkt das Herz-Kreislauf-System, ist gut in den Alltag integrierbar und zählt aus sportmedizinischer Perspektive zu den empfehlenswerten Sportarten.
Zu den großen Vorteilen beim Radfahren gehört die Tatsache, dass die körperliche Belastung gut dosierbar ist und stets an den individuellen Leistungsstand angeglichen werden kann. Das Körpergewicht wird vom Rad getragen, so dass das Sitzen im Sattel Wirbelsäule und Gelenke schont.
Das ist für Übergewichtige und Menschen mit degenerativen Erkrankungen wichtig.

Laufen/Joggen

Der Laufsport ist aus sportmedizinischer Sicht empfehlenswert, rückenfreundlich und zugleich am wenigsten verletzungsgefährdend, wenn auf den richtigen Untergrund, das richtige Schuhwerk und natürlich die richtige Technik geachtet wird.
Regelmäßiges Joggen ist ideal für Herz und Kreislauf. Die Ausdauer wird verbessert, der Stoffwechsel ökonomisiert, das Atemvolumen vergrößert, das Herz trainiert, das Immunsystem stimuliert, Joggen setzt Glückshormone frei und erhöht die Stresstoleranz.
Es kommt zu einer besseren osmotischen Ernährung der Bandscheiben und zur Kräftigung des Bewegungsapparates. Die Gesamtleistungsfähigkeit des Organismus wird gesteigert.
Übergewichtige, die „Abspecken“ und etwas für ihre Gesundheit tun wollen, sollten nicht mit Joggen beginnen, sondern ihre Leistungsfähigkeit kontinuierlich steigern und dem Körper, zum Beispiel durch Walken, Radfahren oder Schwimmen, auf gelenkschonende Weise die Möglichkeit geben, sich an die Belastung zu gewöhnen.

Schwimmen
Diese Sportart ist beliebt und ausgesprochen gesund zugleich. Die Auftriebskraft des Wassers reduziert die Schwerkraft unseres Körpergewichtes auf etwa ein Zehntel!
Das führt zur Entlastung der Wirbelsäule – Gelenke und Bänder werden geschont. Bewegungs- sowie Belastungsmöglichkeiten werden für Patienten mit bestehenden Problemen des Bewegungsapparates erweitert.
Bei gleichem Krafteinsatz werden Bewegungen wegen des Wasserwiderstandes langsamer ausgeführt. Überbelastungen werden vermieden und es kommt zur Kräftigung der Muskulatur sowie Verbesserung der Ausdauerfähigkeit. Die richtige Technik der einzelnen Schwimmstile ist abhängig insbesondere von Bewegungseinschränkungen, Belastbarkeit und Zielsetzungen.

Inline-Skaten

Inline-Skaten hat sich zum Volkssport entwickelt. Durch die gleitenden, runden Bewegungsabläufe ist das Skaten vergleichbar mit dem Schlittschuh- und Skilanglauf. Der hohe Erlebniswert und Spaßfaktor, das Gefühl der Freiheit auf Rollen, im richtigen Rhythmus geradezu schwerelos dahinzugleiten, fasziniert alle Altersgruppen.
Inline-Skaten steigert die konditionelle Fitness im Sinne eines gesundheitsfördernden Herz-Kreislauf Trainings, denn durch die langsamen, gleitenden Bewegungen ermüdet die Muskulatur nicht so schnell. Zugleich beansprucht es die wichtigsten Muskelgruppen und fördert Kraft, Gleichgewichtssinn (Koordination) und Beweglichkeit.
Sportmediziner empfehlen Inline-Skaten, weil durch die harmonischen, runden und fließenden Bewegungen nur geringe Belastungen des Stütz- und Bewegungsapparates auftreten.
Im Vergleich zum Joggen werden Gelenke (Fuß-, Knie und Hüftgelenke) sowie die S-förmige Wirbelsäule weniger stark beansprucht.
Die Gelenke sollten beim Skaten stets im Lot belastet werden und in der Gleitphase sollten Nase, Knie- und Fußgelenke eine gerade Linie bilden. Halten Sie Knie- und Hüftgelenke stets leicht gebeugt. Erlernen Sie Inline-Skaten unter fachlicher Anleitung in Übungskursen richtig.
Derartige Kurse werden von den Vereinen angeboten. Je besser die Sportart beherrscht wird, desto geringer ist das Verletzungsrisiko.


Kinder sollten Sport treiben


Bewegung ist wirksam wie ein Medikament. Für Kinder und Jugendliche sind Bewegung und Sport besonders wichtig: Sport schärft das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil.

Sport vermindert die Anfälligkeit für Drogen und Gewalt, kann das Gefühl von Isolation und Einsamkeit reduzieren. Sport ist Ausgleich gegen die Reizüberflutung durch Fernsehen und Computerspiele. Sport leistet nicht nur gesundheitliche Vorsorge, sondern soziale Fürsorge!
Die soziale Integration wird durch Sport im Verein ganz wesentlich unterstützt.
Sport leistet viel für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen:

Fairness und Regeln beachten
Verlieren können
Ein- und unterordnen
„Durchbeißen“ können.

Das sind wichtige Lernerfahrungen für die jungen Menschen.
Bei Kindern sind Gesundheitsmängel oft Folge des Bewegungsmangels. Fernsehen, Fast Food und fast keine Bewegung. Da tickt eine Zeitbombe.

Bewegungsmangel erhöht das Risiko zu erkranken
Bewegungsmangel führt zu motorischen Defiziten bei Kindern und Jugendlichen.

Unsere Kinder werden immer dicker, Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes mellitus häufiger. Kinder brauchen Bewegung für ihre Entwicklung und für die Ausbildung motorischer Fähigkeiten. Als Erwachsene könnten sie dies später nicht mehr nachholen.
Zudem fällt es Erwachsenen, die schon in ihrer Kindheit aktiv gewesen seien, bei weitem nicht so schwer, sich regelmäßig körperlich anzustrengen.
Wer erst als Erwachsener auf die Idee kommt, etwas für die Gesundheit tun zu wollen, muss meist einen viel größeren inneren Schweinehund überwinden. Und es fällt Erwachsenen sehr viel schwerer als Kindern, technisch anspruchsvolle Sportarten, etwa Tennis, zu erlernen.
Kinder und Jugendliche sollten unbedingt Sport treiben:

Sport fördert die Leistungsfähigkeit
Freude am Sport vermittelt Erfolgserlebnisse
Bewegung hat positive Auswirkungen auf Herz, Kreislauf und Stoffwechsel
Vermeiden von Problemen mit dem Körpergewicht
Sportler ernähren sich bewusster als Bewegungsmuffel
Sport ist hilfreich dabei, das Rauchen aufzugeben
Sport und Spiel fördern Kraft, Ausdauer, Flexibilität/ Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination
Immunsystem: Regelmäßiges moderates Ausdauertraining senkt die Infektrate
Sport führt zur Zunahme von Knochenmasse
Sport stärkt die Muskulatur, Gelenke werden dadurch stabilisiert.

Ziel von Politik und Gesellschaft muss es sein, die gesundheitlichen, psychologischen und sozialen Auswirkungen von Sport zu erkennen und zu fördern.