Liebe Leserinnen und liebe Leser,

„Herr Doktor, hart arbeiten und gesund bleiben – das klappt heutzutage in meinem Beruf nicht mehr“ ist eine immer wieder aufgestellte Behauptung, die Patienten in meiner Arztpraxis äußern.

Um nicht resignierend in Hoffnungslosigkeit zu verfallen, sollten wir uns gemeinsam die Frage stellen: „Wie geht das zusammen – Maloche und Gesundheit – wie lässt sich das organisieren, ohne dass wir gesundheitlich Schaden nehmen? „WIE geht das?“

Berufe lieben oder mögen

Mit einer gewissen Skepsis wird von Betroffenen meine gut gemeinte Anregung zur Kenntnis genommen: Wir sollten die Fähigkeit lernen, unseren jeweiligen Beruf – wenn nicht zu „lieben“ – so aber wenigstens zu „mögen“.
Es gibt Menschen, die scheinen ihre Tätigkeit als Schicksalsschlag zu fühlen. Sieht man sie auf dem Weg zur Arbeit, meint man, diese Leute fahren nicht ins Büro oder Geschäft, sondern als Unfreie auf ihre „Galeere“. Von Lebensfreude keine Spur.
Die offensichtliche Abneigung gegen den jetzigen Job wird noch deutlicher, wenn man sich näher nach ihrem Empfinden erkundigt. „Der Chef ist ein kompletter Idiot, die Kollegen alles Querulanten, die Kunden sind Verrückte“. Die Arbeit ist also stete Mühe, Ärger und Enttäuschung. „Alles nur Mist!“
Wer aber seinen Beruf nicht gerne hat, wer ständig über ihn klagt, der wird auch am Leben insgesamt keinen großen Gefallen finden. Unser wichtigstes Bestreben – ganz gleich, ob Werftarbeiter oder Handwerker, Lehrer oder Arzt – muss also sein, die Freude an unserem jeweiligen Beruf zu bewahren.
Negativer Stress im Beruf hat nachteilige Folgen für das Privatleben und umgekehrt hat negativer privater Stress nachteilige Folgen für den Beruf. Wir müssen lernen mit uns selbst – und unseren Ressourcen „Zeit und Nerven“ – besser umzugehen.

Gift oder Heilmittel: Stress

Stress ist Motor und Risikofaktor unseres Lebens. Negativer Stress ist ein langsam wirkendes Gift. Ob etwas Gift oder Heilmittel ist, bestimmt bekanntlich allein die Dosis! Stress und „keine Zeit haben“ sind keine Qualitätsmerkmale. Häufig gilt Stress jedoch geradezu als Statuszeichen. Dabei ist Stress oft nur schlechter Umgang mit unseren Möglichkeiten.
Kommt mir irgendwie bekannt vor, werden Sie sagen: Arbeite ich, oder werde ich gearbeitet? – Willkommen im Druck!
Neben einem guten Selbstmanagement, ist die Fähigkeit gefragt, alltäglichen Stress zu bewältigen und das gefürchtete „Burn-out“ (Ausbrennen) zu vermeiden. „Nichts geht mehr“ darf nicht sein!

Wie sehen Ihre geeigneten Gegenmaßnahmen
aus?

• Analysieren Sie Ihre individuellen Stressauslöser und strukturieren Sie Ihren Alltag neu.
• Achten Sie bewusst auf gesunde Ernährung und regelmäßigen Schlaf.
• Wer zu Perfektionismus neigt, sich zu viel abverlangt, sollte zudem seine Ansprüche hinterfragen und relativieren.
• Ebenfalls wichtig: Über den Tag verteilte Pausen. Experten sagen, dass Sie durch mehr Kurzpausen konzentrierter und effektiver arbeiten.

Geben Sie dem Burn-out keine Chance! Treiben Sie kein Schindluder mit Ihren Kräften! Wenn Ihre Stress-Bewältigungs-Maßnahmen aus Konsum von Medikamenten, Alkohol oder Zigaretten bestehen, sollten Sie das als Schein-Lösungen entlarven! „Die Freude am Beruf sichert den Erfolg und Ihre Zufriedenheit“. Vital leben ist mehr als eine Worthülse der Werbewirtschaft. Vitalität können Sie nicht kaufen, Sie selbst müssen dafür etwas beitragen.

• Kampf den Zeitdieben! Delegieren lernen! – Der meiste Stress ist hausgemacht!
• Sport baut Stress und Ärger ab. Er erfüllt die Funktion: „Dampf abzulassen“!
• Sinnvolle Freizeitgestaltung ist eine aktive Investition in Leistungsfähigkeit und Gesundheit: Sport ist Entspannung plus Bewegung plus Muskel-Training.
• Zeit sparen durch Zeitmanagement, Zeit gewinnen durch gesunde Lebensführung
• Zeitplanung ist immer auch Zielplanung – und umgekehrt.
• Zeitmanagement hat viel zu tun mit persönlicher Lebensführung, Selbstorganisation und Selbstdisziplin.
• Zeitplanung heißt fest umrissene Ziele setzen und klare Prioritäten haben, heißt wichtig gegen
unwichtig werten, eine Kategorie „Mülleimer“ einführen.

Wir wissen erst, ob wir unsere Zeit nutzen oder nicht, wenn wir wissen, was wir wollen und was uns wichtig ist.



Für Ihre Gesundheit
alles Gute wünscht
Ihr Wolfgang Woynar

Herzlichst Ihr Wolfgang Woynar


Die ernährungsphysiologisch wichtigsten Bestandteile in Meerefischen


Die ernährungsphysiologisch wichtigsten Bestandteile in Meeresfischen

• Leichte Verdaulichkeit, da geringer Bindegewebsanteil
• Ausgewogene Zusammensetzung an essentiellen Aminosäuren,
• hoher Gehalt an der Aminosäure Taurin (wichtig für Aufbau des fötalen Gehirns)
• In Magerfisch niedriger Fettanteil,
• in Fettfischen hoher Gehalt an hochungesättigten Fettsäuren wie EPA und DHA
• Niedriger Gehalt an Cholesterol
• Hoher Eiweißgehalt
• Keine Kohlenhydrate
• Hoher Gehalt an den essentiellen Elementen Selen und Jod.

Das sind gewichtige Argumente für mehr Fischkonsum!


Vitamine sind wichtig für Körper, Geist und Seele der Menschen


Einige „Vitamin-Geschichten“ möchte ich heute erzählen. Denn ohne diese Stoffe könnten wir Menschen nicht leben.

Das Vitamin mit dem Beinamen „Schönheitsvitamin“ heißt Biotin (alte Bezeichnung Vitamin H – wie Haar, Haut). Die Werbung verklärt Biotin zur „Intensivkur für Haut, Haare und Nägel“; denn „Wahre Schönheit kommt von innen“. Demnach könnte man Nüsse als „beauty-snack“ verkaufen, denn insbesondere Hasel- und Erdnüsse enthalten besonders große Mengen an Biotin.
Als „körpereigener Friseur“ fördert Pantothensäure Wachstum und Pigmentierung der Haare. Als Bestandteil des Coenzym A ist es an fast allen Stoffwechselwegen beteiligt. Ob bei der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Fetten, Proteinen oder bei der Bildung von Cholesterin, Hormonen, Blutzellen oder Antikörpern: Coenzym A ist immer dabei. Schon lange weiß man, dass Pantothensäure am Wundheilungsprozess beteiligt ist. Entsprechende Salben wirken entzündungshemmend, zudem granulierend – und das schon seit mehr als 50 Jahren.
Vitaminmangel bleibt auch heute noch ein medizinisches Problem. Denn Folsäure ist das einzige Vitamin, bei dem über 90 Prozent der Menschen in Deutschland nicht einmal die Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erreichen. Wie kommt’s? Eine gute Quelle für Folsäure ist Spinat. Leider jedoch hitzeempfindlich und wasserlöslich. Die Folsäure kann in der Schwangerschaft Menschenleben kosten: Sie führt dazu, dass sich bei der Entwicklung des Föten das Neuralrohr nicht richtig schließt. In den USA wird bereits seit 1998 dem Mehl Folsäure zugesetzt.
Das bekannteste Vitamin C hat auch die spektakulärste Geschichte. Sturmerprobte Seefahrer fürchteten den unsichtbaren Gast an Bord: Skorbut. Heute nutzen viele Menschen Vitamin C zur Unterstützung des Immunsystems.
Die Geschichte der Vitamine zeigt Überraschendes – zugleich Tragisches und Amüsantes. Technischer Fortschritt in der Verarbeitung von Nahrungsmitteln kann ein Rückschritt für unsere Gesundheit sein – das wissen wir nicht erst, seit Tütensuppen und Kartoffelchips unseren Speiseplan „bereichern“.
Als am Ende des 19. Jahrhunderts in China Maschinen zum Schälen von Reis eingeführt wurden, wollte man damit die Haltbarkeit des wichtigsten Grundnahrungsmittels erhöhen, aber neben der harten Schale wurden auch die vitaminreichen Randschichten der Reiskörner entfernt. Zugleich wütete in Asien Beriberi. Eine Seuche, die Nerven und Muskeln schädigte und zu einer Art steifbeinigem „Schafsgang“ führte. Holländische Bakteriologen untersuchten die Vorkommnisse in der damaligen Kolonie (heute Indonesien) und waren fest davon überzeugt, dass es sich um eine Infektionskrankheit handeln müsse. Über einen Vergleichstest mit Hühnern, die auch mit dem geschälten Reis gefüttert wurden, konnten die Forscher feststellen, dass der geschälte Reis der Auslöser war.

Wichtiger Tipp!

Vitamine sind äußerst instabil. Bei langer Lagerung und insbesondere durch Erhitzen verflüchtigen sie sich. Darum sollten Sie so oft wie möglich frisches und rohes Gemüse und Salate zu sich nehmen.

Wichtig für Senioren

Senioren haben häufig eine mangelhafte Vitamin- und Mineralstoffversorgung und sollten deshalb daran denken:

• Wer weniger isst, sollte zugleich die Mikronährstoffzufuhr optimieren,
• Ernähren Sie sich ausgewogen mit viel Frischkost
• Fragen Sie Ihren Zahnarzt bei Kauproblemen
• Fragen Sie Ihren Hausarzt bei Appetitlosigkeit, bei Magen- Darm-Erkrankungen oder Einnahme von Arzneimitteln
• Optimieren Sie Ihre Zubereitungsgewohnheiten

Besonders hoch ist der Bedarf an Vitaminen:

• Während der Wachstumsphase bei Kindern und Jugendlichen
• In Zeiten erhöhter geistiger und körperlicher Anstrengung
• In der Schwangerschaft und Stillperiode
• In den Wechseljahren
• Im Alter und bei (chronischen) Erkrankungen
• Bei längerfristiger Medikamenteneinnahme.


Tipps für die Leistungsfähigkeit

Gesund sein, kraftvoll und lebendig, wollen wir alle. Vitalität hat viel mit Lebensfreude zu tun. Gute Voraussetzungen: Körperlich fit, geistig frisch und seelisch ausgeglichen zu sein.

Geistig abzubauen dagegen, diese Vorstellung ist für viele Menschen ein Albtraum. Weil im Alter vermehrt Nervenzellen im Gehirn absterben, nahmen Wissenschaftler früher an, dass das Gehirn demzufolge auch mit der Zeit die Fähigkeit zum Lernen verliert. Heute gilt hingegen als gesichert, dass auch im Gehirn von Senioren neue Nervenzellen entstehen können.
Entscheidend ist, möglichst vielen der folgenden Empfehlungen nachzukommen.

• Suchen Sie intellektuelle Herausforderungen, zum Beispiel regelmäßig Zeitungen und Bücher lesen, sich mit Brett- und Kartenspielen beschäftigen oder ein Musikinstrument spielen; je häufiger, desto besser.
• Bleiben Sie sozial aktiv und verbringen Zeit mit der Familie und Freunden. Dazu können auch der Theaterbesuch oder Gruppenreisen zählen.
• Bewegen Sie sich regelmäßig bis zu dreimal pro Woche 20 Minuten lang.
• Essen Sie regelmäßig Fisch und Gemüse, denn regelmäßiger Fischkonsum verlangsamt einer Universitätsstudie zufolge das Nachlassen kognitiver Fähigkeiten.
Ebenso wirkt sich der Genuss von Obst und Gemüse positiv auf das Gedächtnis aus. Generell scheint eine Kost, die viel Gemüse enthält, den geistigen Verfall zu verlangsamen.


Eine gesunde Lebensführung ist möglich

Erfolg – beruflich und privat – hängt von Qualifikation und Fleiß und unseren Lebensgewohnheiten ab. Kleine Sünden und schlechte Angewohnheiten summieren sich.
Wer ständig unter Stress steht, versucht an allen Ecken und Enden „Zeit“ zu sparen: Man lässt Mahlzeiten ausfallen, bewegt sich zu wenig, greift häufiger zur Zigarette. Die Summe all dieser Faktoren führt dazu, dass das Gehirn nicht optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Viele Menschen arbeiten deshalb längst nicht so effizient und kreativ, wie sie könnten. Wer beruflich oder privat erfolgreich sein will, sollte regelmäßig Zeit in sich, seine Gesundheit und sein Wohlbefinden investieren. Sie werden leistungsfähiger und belastbarer als andere, die sich ständig auspowern.

An die Freizeit denken

Viele arbeiten auch am Wochenende und vernachlässigen dadurch Familie, Sport, Hobbys und Freunde. Freizeitbeschäftigung und soziale Kontakte aber sind wichtig für die Gesundheit. Wer sich nicht zwischendurch entspannt, hat keine „Zeit“ seine Batterien wieder aufzuladen. Dauerbelastung wirkt sich negativ auf die Leistungsfähigkeit und die Lebenschancen aus.
Beantworten Sie für sich ganz persönlich die Frage: „Arbeiten ich oder werde ich gearbeitet?“
Häufig kommt der Schlaf zu kurz. Bei Schlafmangel aber wird die Informationsverarbeitung des Gehirns beeinträchtigt.
Bewegung ist gut für Körper und Seele. Beginnen Sie – am besten heute noch – mit Laufen, Schwimmen, Radfahren, Spielen.
Mit Ihrer Familie, Ihren Freunden. Laufen Sie die Pfunde herunter. Jede Treppe ist eine Chance, kein Hindernis.
Wer läuft, isst bewusster: Essen Sie vor allem weniger Fett. Bereiten Sie sich geschmackvolle Salate.

Gelassenheit beim Essen

Genießen Sie, statt herunterzuschlingen. Gesunde Ernährung heißt durchaus nicht, keinen Spaß am Essen zu haben. Geben Sie das Rauchen auf. Trinken Sie weniger Alkohol, weniger Kaffee. Trinken Sie mehr Wasser – gegen das Rosten der Gelenke und Knochen.
Lassen Sie sich regelmäßig bei Ihrem Hausarzt durchchecken! Auf Herz und Nieren – und wenn Sie gerade dabei sind: Lassen Sie die Krebsfrüherkennung gleich mitmachen und das Hautscreening dazu. Sie können Ihrem Leben auch im Jahr 2009 zwar nicht mehr Tage geben, aber Sie können den Tagen mehr Leben geben.

Bleiben Sie gesund!