Liebe Leserinnen und liebe Leser,

eine Diabetes-Typ-2-Erkrankung entsteht nicht von heute auf morgen. Zur Entwicklung einer Zuckerkrankheit gehören Risikofaktoren, die den Krankheitsverlauf beeinflussen: Erhöhter Blutdruck, hohe Blutfettwerte, hohe Blutzuckerwerte, Übergewicht (Body-Mass-Index über 30). Diese vier Kriterien werden kurz als „Metabolisches Syndrom“ bezeichnet. Bewegungsmangel und falsche Ernährung begünstigen das Krankheitsbild.

Verhängnisvoll ist, dass die einzelnen Faktoren keine Schmerzen verursachen oder sich sonst irgendwie in akuten Symptomen äußern, mit der Folge, dass die kritische Entwicklung oft zu spät bemerkt wird.
Beim Übergewicht ist vor allem das bauchbetonte Fett ausschlaggebend. Entscheidend ist also nicht allein das Gesamtgewicht, schwerwiegend ist hauptsächlich die Fettverteilung. Zu viele Fettzellen im Bauchraum und an den inneren Organen können zu einem gestörten Fettstoffwechsel und der Zuckerkrankheit führen. Als gefährdet gelten Männer mit einem Taillenumfang von über 94 cm und Frauen mit einem Taillenumfang von mehr als 80 cm.

Selbst vorbeugen

Sehr wichtig bei Diabetes ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung, die viel Gemüse, Obst und Kohlenhydrate enthält und wenig Fett, wenig Salz und Zucker. Auf Alkohol und Nikotin sollten Sie verzichten.
Die Bedeutung von Bewegung und Sport bei Diabetes wird von Experten immer wieder betont. Ein leichter Ausdauersport wie zum Beispiel Radfahren, Schwimmen, Joggen oder Walking wird empfohlen, aber auch ein täglicher Spaziergang von fünfzehn Minuten ist schon sinnvoll. Wichtig ist dabei, dass Sie sich regelmäßig bewegen.

Wie macht sich Diabetes bemerkbar?

Der Typ-2-Diabetes verursacht eher uncharakteristische Symptome. Dazu gehören Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Verschlechterung des Erinnerungsvermögens (Konzentrationsfähigkeit, Merkfähigkeit), sowie häufige Infektionen. Ursache sind eine verminderte Insulinbildung und die Abnahme der Insulinwirkung. Die klassischen Symptome eines Typ-1-Diabetes sind: vermehrter Durst, vermehrtes Wasserlassen, Abgeschlagenheit, körperliche Schwäche und Gewichtsabnahme. Ursache ist ein Insulinmangel, der dadurch entsteht, dass der Organismus Antikörper gegen insulinproduzierendes Gewebe der Bauchspeicheldrüse bildet. Deshalb besteht die Therapie immer in der „Substitution“, dem Ersatz des Hormons. Das heißt: Typ-1-Diabetiker müssen Insulin spritzen.

Welche Kontrolluntersuchungen sind nötig?

Wenn Ihr Hausarzt Diabetes festgestellt hat, sind regelmäßige Kontrolle notwendig. Die Untersuchungen sollen eine schlechte Stoffwechseleinstellung und Folgeerkrankungen verhindern helfen. Der Diabetiker sollte diese auch gewissenhaft einhalten. Die Häufigkeit ist individuell verschieden. Vor allem zu Beginn der Erkrankung können engmaschige Kontrollen sinnvoll sein. Das Blutzuckerprofil gibt Auskunft über den Verlauf der Erkrankung.
Unabdingbar ist die Messung des Blutdrucks, weil der Bluthochdruck (Hypertonie) Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt und das erste Anzeichen einer beginnenden diabetischen Nierenerkrankung sein kann.
Alle drei Monate sollte der HbA1c-Wert bestimmt werden. Dieser gibt Auskunft über die durchschnittliche Blutglukosekonzentration in den letzten Monaten.
Anhand dieses Blutzuckerlangzeitgedächtnisses kann Ihr behandelnder Hausarzt die Einstellungsqualität der Behandlung abschätzen.
Bei Diabetikern treten aufgrund von Durchblutungsstörungen häufig Gefäßschäden auf. Diese machen sich beispielsweise an den Füßen bemerkbar. Eine intensive Fußkontrolle ist daher empfehlenswert. Mindestens einmal jährlich. Als Diabetiker sollten Sie deshalb regelmäßig selbst Ihre Füße auf Verletzungen und Druckstellen kontrollieren.

Veränderungen der Nieren lassen sich durch Urinuntersuchungen feststellen. Störungen der Nieren zeigen sich schon sehr früh anhand einer vermehrten Ausscheidung von Proteinen. Mit einfachen Eiweißteststreifen, die mit Urin benetzt werden, lässt sich bereits bei Ihrem Hausarzt das Frühstadium einer diabetischen Nierenerkrankung feststellen. Das „Ultraschall“ ergänzt die Diagnostik.
Die Augen reagieren als Teil des Gehirns besonders empfindlich auf einen zu hohen Blutzuckerspiegel (diabetische Retinopathie). Deshalb sollten Diabetiker einmal pro Jahr einen Augenarzt aufsuchen. Er spiegelt den Augenhintergrund, bestimmt die Sehstärke und untersucht das Auge auf Anzeichen des grauen Stars.
Langzeitfolgen des Diabetes mellitus finden sich sehr häufig am Herzen. Ab dem 40. Lebensjahr sollte daher bei Diabetikern jährlich ein EKG (Elektrokardiogramm) durchgeführt werden, um Anzeichen auf Verengungen der Herzkranzgefäße aufzuspüren. Genauere Daten liefert das Belastungs- EKG, welches die Herztätigkeit bei körperlicher Anstrengung aufzeichnet. Es gibt Auskunft darüber, ob der Körper dem Alter entsprechend Sauerstoff verbraucht und wie schnell sich Herz und Kreislauf sich erholen.
Einmal jährlich sollte zudem eine neurologische Untersuchung durchgeführt werden.



Für Ihre Gesundheit
alles Gute wünscht
Ihr Wolfgang Woynar

Herzlichst Ihr Wolfgang Woynar


Ihren HbA1c-Wert sollten Diabetiker kennen


In der Praxis des Hausarztes ist der „HbA1c“ der wichtigste Marker für die Qualität der langfristigen Blutzuckereinstellung; er hat große Bedeutung für die Prävention drohender Folgeschäden.

Die Aktion „Gesünder unter 7“ bedeutet, dass dieser Wert unter sieben Prozent liegen sollte. Er ist das Langzeitgedächtnis und „Gewissen“ des Blutzuckers zugleich. Denn der „HbA1c“ gibt den mittleren Zuckerwert (Glucose) im Blut während der letzten drei Monate an. Der Wert gibt an, ob der Blutzucker normal oder zu hoch war und ermöglicht eine kompetente Diabetikerbetreuung.
Ziel dieser Behandlung ist die möglichst normnahe Einstellung des Blutzuckers. Die Praxis zeigt, dass wir uns noch mehr um eine gute Einstellung dieser chronischen Erkrankung bemühen müssen. Das erfordert auch die Mitarbeit des Patienten. Schwerpunkte sind gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und das Führen eines Diabetestagebuches. Bleibt das HbA1c über sieben Prozent, sollten Tabletten eingesetzt werden. In der Regel wird auf Insulin umgestellt, wenn auch die Kombination von zwei oralen Antidiabetika nicht ausreicht. Dabei kann zum Beispiel ein Basalinsulin mit Einmalgabe am Abend genutzt werden, um bessere Werte zu erzielen.
Wichtige wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Senkung des HbA1c-Wertes Komplikationen des Diabetes wie Augenerkrankungen, Nieren- oder Nervenstörungen verhindern oder verzögern kann. Bereits eine Senkung des HbA1c um einen Prozentpunkt kann das Risiko für mikrovaskuläre Folgeschäden an Augen und Nieren um ein Drittel und die Gefahr eines Diabetes- bedingten Todes um ein Fünftel mindern. Jede auch noch so kleine Senkung des HbA1c-Spiegels vergrößert also die Chancen, gesund zu bleiben.
Der HbA1c- Test sollte einmal pro Quartal durchgeführt werden, häufigere Testungen werden nur bei weit überhöhten Blutzuckerwerten oder bei Änderung der Therapie notwendig. Für den Test ist lediglich eine geringe Menge Blut notwendig, die im Labor untersucht wird.
Der BZ Langzeitwert wird ergänzt durch die Selbstkontrolle des Diabetikers. Durch Selbstmessungen lernen Patienten ihren Stoffwechsel kennen. Sie verstehen, wie Nahrungsaufnahme, körperliche Aktivität und medikamentöse Behandlung „ihren“ Blutzucker im Alltag beeinflussen.
Die BZ- Selbstkontrolle gibt eine Momentaufnahme des Blutzuckers zum Zeitpunkt der Testung: „Momentanwert“. Das HbA1c ergibt einen Überblick über die letzten drei Monate: „Langzeitwert“
Beide Tests ergänzen sich und dokumentieren die Werte die Qualität der Diabetesbehandlung: Diabetiker sollten den HbA1c-Wert kennen.


Wie hoch ist Ihr Diabetes-Risiko?


Studien belegen, dass auf jeden Diabetiker, der von seiner Erkrankung weiß, ein weiterer kommt, der noch gar nicht ahnt, dass er bereits an Diabetes leidet.

Ihr Hausarzt checkt routinemäßig Ihre Risikofaktoren. Wie gefährdet sind Sie? – Und wie können Sie vorbeugen? Welches sind Ihre Risikofaktoren. Welche „Schutzfaktoren“ bewahren Sie vor Krankheit?

Sie selbst können folgende Punkte überprüfen.

Natürlich spielt das Alter eine Rolle.
Statistisch steigt das Risiko, an einem Diabetes Typ II zu erkranken, mit dem Lebensalter an. Wichtiger jedoch ist Ihr biologisches Alter. Welches in Ihrem Pass steht, ist nicht immer identisch mit Ihrem biologischen Alter.
Dieses beschreibt den Zustand und die Fitness von Körper und Geist. Wie schnell unsere Körperzellen und Organe altern, hat sehr viel mit unseren Lebensgewohnheiten, mit Ernährung, Stressbelastung und Fitness zu tun. Wer sein Leben lang Sport getrieben hat, kann mit 60 Jahren mehr Kraft und Ausdauer haben, als ein untrainierter Dreißigjähriger. Menschen, die sich ihr Leben lang geistig fordern, können mit 60 geistig leistungsfähiger sein, als mancher Mittvierziger.

Ist Ihr Gewicht in Ordnung?
Berechnen Sie Ihren Body-Mass-Index. (Gewicht in kg) / Größe in m²). Werte im Normbereich minimieren Ihr Risiko, an Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken.

Messen Sie Ihren Taillenumfang!
Epidemiologische Studien haben ergeben, dass vor allem das Bauchfett ein Risikomarker für Diabetes ist. Versuchen Sie, mit mehr Bewegung und einer gezielteren Ernährung, Ihren Taillenumfang auf unter 94 Zentimeter (Männer), bzw. unter 80 Zentimeter (Frauen) zu reduzieren

Bewegen Sie sich regelmäßig?
Zur regelmäßigen Bewegung zählen körperliche Anstrengungen, die Sie ins Schwitzen bringen und zwar wenigstens viermal die Woche mindestens 30 Minuten Bewegung ist ein hervorragendes Mittel, um dem Diabetes vorzubeugen. Am wirksamsten sind Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Schwimmen oder Radfahren.
Aber auch schon ein täglicher zügiger Spaziergang vermindert das Risiko. Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf die Wirksamkeit des Insulins aus. Sie trägt dazu bei, dass der Zucker direkt und mit geringem Insulinbedarf aus dem Blut in den Muskelzellen verbraucht wird.

Wie oft essen Sie Obst und Gemüse?
Wenn Sie täglich Obst und Gemüse essen, spricht das für eine ausgewogene Ernährung. Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass eine Ernährung mit Schwerpunkt auf pflanzliche Kost eine vorbeugende Wirkung für Diabetes hat.

Was sagt Ihr Blutdruck?
Fast 90 Prozent der Typ-2-Diabetiker leiden gleichzeitig an Bluthochdruck. Es besteht ein Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Diabetes.
Die Ursachen sind miteinander verwandt: Übergewicht, falsche Ernährung, Bewegungsarmut. Zwar ist Bluthochdruck keine direkte Folge des Diabetes, aber er kann ein Symptom sein, das auf die Zuckerkrankheit hinweist.

Wurde erhöhter Blutzucker gemessen?
Zu 40 bis 60 Prozent wird Diabetes zufällig bei einer Standarduntersuchung oder einem Arztbesuch wegen eines anderen Problems entdeckt. Wenn Sie über 35 sind, sollten Sie die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen Ihrer Krankenkasse nutzen, den „Check-up“ mit Herz-Kreislauf-Vorsorge, Krebs-Früherkennung, inklusive Haut- Screening.

Haben Familienmitglieder bereits Diabetes?
Die genetische Veranlagung spielt eine Rolle für die Entwicklung eines Typ-II-Diabetes.
Doch diese allein führt nicht zwingend zu einem manifesten Diabetes. Beispielsweise sind eineiige Zwillinge von Diabetikern bei ähnlicher Ernährung fast immer ebenfalls betroffen. Allerdings ist die Vererbung nur einer der Risikofaktoren neben anderen, zum Beispiel. Übergewicht und Bewegungsmangel. Je mehr Risikofaktoren vorliegen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, irgendwann an einem Diabetes mellitus Typ II zu erkranken.
Wenn bereits jemand aus Ihrer Verwandtschaft ersten Grades an einem Diabetes erkrankt ist, heißt das nicht, dass auch bei Ihnen die Krankheit ausbrechen muss. Aber Sie sollten die weiteren Risikofaktoren besonders genau im Auge behalten und Ihre Blutzuckerwerte regelmäßig prüfen lassen.
Die von uns selbst effektiv beeinflussbaren „Schutzfaktoren“ sind ein „Mehr“ an Bewegung und ein „Weniger“ an Gewicht; und außerdem gesünderes Essen.