Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Die ärztliche Kunst ist ein Handwerk, von dem man etwas verstehen sollte.

Fraglich, ob ein jeder in Politik und Gesellschaft dieses Kriterium erfüllt. Zweifel sind erlaubt.

Medizin war und ist Naturwissenschaft und Erfahrungswissenschaft zugleich. Beide gehören zu unserem praktischen Alltag und speisen sich dennoch aus verschiedenen Quellen. Im Einzelfall ergeben sich Widersprüchlichkeiten.

Medizin orientiert sich an der NORM und die Handlungslinien verlaufen entlang den Organgrenzen. "Es gibt nur eine Medizin", sagen manche Ärzte.

“Essen und Trinken“ – das ist pure Notwendigkeit, aber eben auch Genuss, der krank machen kann.

Schon der gesunde Menschenverstand legt nahe, dass Ernährungsnormen für Männer, Frauen, Kinder nicht identisch sein können.

Unterschiedlich ist auch das geschlechtsspezifische Ernährungsverhalten: Jungen bevorzugen Salz, Fett und Zucker, Mädchen essen häufiger Obst und Gemüse. Männer verzehren mehr Fleisch, Brot, Alkohol, Süßigkeiten. Frauen dagegen bevorzugen Obst, Gemüse, Joghurt. Ihre Kost ist vitaminreicher und vielfältiger.

Die Ernährung von Männern und Frauen - ihre Einstellung zu Körper, Psyche, Gesundheit und Krankheit – ist offenbar anders geartet.

Ernährung gestaltet sich aber auch unterschiedlich je nach Lebensalter – mit 20 Jahren anders als mit 60. Denn: der Energiebedarf verringert sich, das Durstempfinden lässt nach im Alter. Deshalb, liebe Leserinnen und Leser, achten Sie bitte konsequent darauf, dass Sie mindestens zwei Liter pro Tag Flüssigkeit trinken.

Aber auch der Grad der körperlichen Beanspruchung erfordert ein entsprechendes Kostangebot: etwa der hart schuftende Werftarbeiter im Vergleich zum Büroarbeiter im Katasteramt.

Aber auch chronische Krankheiten verändern Normwerte im Vergleich zu „Gesunden“!

Sie wissen, dass die sogenannten Zivilisationskrankheiten - Übergewicht, hoher Blutdruck, Arteriosklerose, Diabetes - vor allem ernährungsbedingt sind. Sich Gedanken über seine Ernährung zu machen, sich "bewusst" zu ernähren, ist zwingend notwendig, und dies konsequent in praktisches Verhalten umzusetzen bleibt eine wichtige Investition in die eigene Gesundheit.


Ein Paradebeispiel neuzeitlicher Ernährung nennt sich "Funktional Food" - die "Nahrung mit dem gesundheitlichen Zusatznutzen."

Bekanntlich steigern auch Sportler ihre Leistungsfähigkeit mit nicht selten geheimen, raffinierten "Rezepten".

Häufig vergessen wir, dass wir nicht nur zum Sporttreiben Energie benötigen. Zwanzig Prozent des gesamten Energieumsatzes brauchen wir für das DENKEN unter Ruhebedingungen.

Unabhängig von den sogenannten „Diäten“, ob Rohkost, Körner, Eiweiß, gilt die Maxime: Mischernährung ist richtig und sinnvoll. Horchen Sie in sich hinein – der Körper weiß oft selbst, was er braucht.

Zum Beispiel: Fette sparen und mehr Ballaststoffe essen. Viel Gemüse, Obst, Kartoffeln, Getreideprodukte. Mageres Geflügelfleisch und Fisch und hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren bevorzugen. Ernährung - aber richtig!

„Diät“ macht nur Sinn, wenn dabei ein Stück Lebensqualität erhalten bleibt! Und das nenne ich: „Gesunde Lebensführung“.

Die unsinnigsten "modernen" Diäten", aber auch "wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse" entbehren nicht selten einer gewissen Magie. Wichtig zu wissen ist: Gesunde Ernährung ist wertvoll für Ihre Gesundheit. Das gilt für die allseits bekannte "Mittelmeer - Kost" - die ist ausgewogen und abwechslungsreich, gesund und zeitgemäß. Nicht nur die Menschen an der Küste wissen: Wer Fisch isst, bleibt fit wie die Eskimos.


Für Ihre Gesundheit alles Gute

wünscht Ihnen IHR

Wolfgang Woynar


Gibt es eine Anti- Aging –Diät?

Die Anzahl der Diäten ist nahezu unüberschaubar, zum teil auch mystisch. Allen gemeinsam ist jedoch: sie sind mehr oder weniger einschränkend oder einseitig. Dies ist jedoch gerade beim Anti- Aging, das mit Lebenslust und Lebensfreude in Verbindung zu bringen ist, unerwünscht.

Unter Einbeziehung des Lebensstils ist es jedoch gerade wichtig und möglich, eine Form der Ernährung zu praktizieren, die Spaß macht und gleichzeitig die Gesundheit auf Jahre erhält.

Dabei gelten die üblichen Grundzüge der gesunden, vollwertigen und abwechslungsreichen Ernährung natürlich gerade auch für die Anti- Aging Beratung. Besonders die mediterrane Kost kann hier favorisiert werden, da sie zugleich gesund ist und einen hohen genusswert bietet.


„Mittelmeer-Kost“:

- abwechslungsreich, überwiegend pflanzlich- vollwertig und basenreich,

- ballaststoffreich und kalorienreduziert,

- mikronährstoffreiche Ernährung, hoher Anteil an sekundären Pflanzenstoffen,

- mindestens 2 bis 3 mal Seefisch pro Woche!

- maximal 3 Fleischmahlzeiten pro Woche,

- maximal 1 Ei pro Tag,

- einfach – und mehrfach ungesättigte Fettsäuren bevorzugen – (Pflanzenöle!),

- meiden Sie gesättigte Fettsäuren, tierische und hocherhitzte Fette!,

- Alkohol in geringen Mengen zum Essen erlaubt,

- spät abends keine Mahlzeiten zu sich nehmen,

- auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten

Entsprechend den aktuellen Empfehlungen der Experten sollte eine ausgewogene, gesunde Ernährung zu 55 bis 60 Prozent aus Kohlehydraten, zu 10 bis 15 Prozent aus Eiweiß und zu maximal 30 Prozent aus Fetten bestehen. Der größere Anteil der Nahrungsmittel sollte pflanzlichen Ursprungs sein - also Früchte, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.

Betonen möchte ich, dass unter einer gesunden Ernährung nicht unbedingt eine vegetarische verstanden wird. Das bedeutet: Fleisch und Wurstwaren sind nicht verbannt vom Tisch des Hauses. Sie sollten aber nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Energiezufuhr ausmachen. Empfohlen wird, gesättigte Fette durch einfach ungesättigte Fette - Stichwort: "Mittelmeerdiät" - zu ersetzen und die Zufuhr an Cholesterin möglichst gering zu halten. Alkohol - in moderaten Mengen - ist erlaubt, genossen mit einer Mahlzeit. Regelmäßiger, täglicher Alkoholkonsum dagegen ist zu meiden!

Wer sich an die aktuellen Empfehlungen der „Nahrungsmittel-Pyramide" hält, wird allen Empfehlungen gerecht:

Flüssigkeit, das gute "Wasser" stellt die "Basis" der Pyramide dar - der zusätzliche Konsum energieverminderter Getränke ist erlaubt.

Zum Satt essen: Brot, Getreideprodukte, Kartoffeln, Reis Nudeln, Haferflocken, Hülsenfrüchte Gemüse, Salate, Obst

Als Beilage : Milch Joghurt, Käse, Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier

Zum Genießen Zucker Fette, Alkohol

Als einfache Darstellung der idealen Lebensmittelauswahl bietet die Ernährungspyramide einen guten Überblick über die empfohlenen Nahrungsmittel sowie die Verzehrhäufigkeiten und – menge.

Zur Ergänzung Vitamine, Mineralien, Spurenelemente.

Im Alter empfohlen zusätzlich empfohlen wird Vitamin C, E, D, B6, B12 und Folsäure, Q10, ß-Carotin, , Zink, Selen.

Dr. med. Wolfgang Woynar

Arzt für Allgemeinmedizin – Sportmedizin,

www.hausarzt-bremerhaven.de



Wenn Essen krank macht...............Vorsicht!

Falsches Ernährungsverhalten ist einer der Sargnägel in allen Industrieländern.

Deshalb muss Ernährungsberatung ein wichtiger Bestandteil jeder Hausarztpraxis sein. Speziell in der „Anti- Aging- Praxis“ gehört die Ernährungsberatung neben Bewegung, Stressbewältigung und Hormonen zu den vier Säulen für ein langer Leben in Selbständigkeit und Geistiger und körperlicher Fitness.

Gesunde Ernährung sichert das Überleben.

Über die Nahrung nehmen wir alle Substanzen auf, die der Organismus und die Zellen zur optimalen Funktion benötigen. Ernährung muss alle notwendigen Bestandteile enthalten, um nicht einen Mangelzustand oder gar Schaden zur Folge zu haben. Gleichzeitig können mit der Nahrung Gift- und Fremdstoffe in den Körper gelangen, die anschließend wieder entgiftet und eliminiert werden müssen.

Außerdem entstehen im Stoffwechsel physiologischerweise reaktive und giftige Substanzen, die die Zellorganellen potentiell schädigen können. Körpereigene Abwehr- und Entgiftungsmechanismen werden wirksam, jedenfalls so lange der Organismus nicht zu stark überlastet wird und die Reserven erschöpft sind.

Mit der Nahrung müssen wir folgende Nährstoffe und Substanzen zu uns nehmen:

Makronährstoffe: Kohlenhydrate (einfache, komplexe, Ballaststoffe), Eiweiße, Fette und Fettsäuren, Wasser; sowie die Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe.

Zum Sattessen „im grüner Bereich“ sind geeignet: Brot, Getreideprodukte, Kartoffeln, Reis Nudeln, Haferflocken, Hülsenfrüchte sowie Gemüse, Salat und Obst.

Als Beilagen empfohlen: Milch Joghurt, Käse, Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier.

Zum Genießen: Zucker Fette, Alkohol!

Zur Ergänzung lebensnotwendige Vitamine, Mineralien, Spurenelemente Nahrungsergänzungsmittel.


Die im Stoffwechsel entstehenden oder von außen einwirkenden toxischen Substanzen gehören überwiegend in die Klasse der oxidativ wirkenden Agenzien, hier besonders der reaktive Sauerstoff, vor allem die Wasserstoffperoxide sowie der Singulett- Sauerstoff.

Diese hochreaktiven Substanzen greifen sowohl die Zellmembranen an und zerstören die Zellstruktur und Zellfunktion. Sie beeinträchtigen oder „docken“ an wichtige Enzymsysteme und schädigen die Erbsubstanz, was zu rascher Zellalterung und zum Zelltod führt.

Ab einer gewissen Belastung mit freien Radikalen können die Reparaturmechanismen der Zelle die Schädigungen nicht mehr vollständig reparieren. In der Folge können Erkrankungen resultieren, die von Alzheimer über Herzinfarkt und Schlaganfall bis hin zur Krebsentstehung reicht.

Um eine optimale Versorgung älterer Menschen sicherstellen zu können muss eine Ernährungsberatung natürliche Veränderungen neben verringertem Durstempfinden und verringertem Geschmacks- und Geruchempfindung berücksichtigen:

• schlechtere Nahrungsverwertung (schlechte Zähne, fehlende Prothese, Magenschleimhaut atrophisch, eingeschränkte Bauchspeicheldrüsenfunktion)

• schlechtere Nahrungsmittelzubereitung (Behinderung, soziale Deprivation, Hospitalisierung, finanzielle Schwierigkeiten)

Die wichtigsten Fragen in der Anti- Aging- Medizin - der „Lebensstil –Anamnese“ - sind die Fragen nach:

* Ernährungs- und Trinkgewohnheiten und dem Genussmittelkonsum,

* körperlichen Aktivitäten und individuellen Sportarten,

* Stress: wie sind die kognitiven, sozialen Fähigkeiten und Aktivitäten?

Fragen bezüglich des Hormonstatus und eventuelle Exposition von Umwelttoxinen vervollständigen das Gesamtbild,

Dementsprechend sehen die allgemeinen Maßnahmen aus:

Optimieren Sie Ernährung, Bewegung und Stoffwechsel! Lernen Sie Ihren Stress zu bewältigen! Entspannung ist aktive Investition in unsere Gesundheit: Erholung - Gehirnjoggen und Zeit mit Freunden sind ausgleichende Elemente. Das fördert Geist und Emotion, sowie die psychosoziale Hygiene.


Zunächst wird der Body-Mass-Index (BMI) bestimmt, anschließend sollten weitere Kenngrößen des Ernährungszustandes erhoben werden. Dies ist z.B. der „Waist-To-Hip-Ratio“ (Taillen: Hüftumfang). Er stellt einen guten Risikoindikator für übergewichtsbedingte Folgeerkrankungen dar. Er lässt die Differenzierung zu zwischen einem apfelförmigen, eher gesundheitsgefährdeten (androiden) oder einem birnenförmigen, eher weniger gefährdeten Fettverteilungstyp. Normalwerte bei Männern unter 1.0, bei Frauen unter 0.8.

Mit speziellen technischen Geräten lässt sich zusätzlich der Fettanteil ermitteln.

Dr. med. Wolfgang Woynar

Arzt für Allgemeinmedizin-Sportmedizin

www.hausarzt-bremerhaven.de

www.gesundheitsforum-bremerhaven.de

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