Liebe Leserinnen und Liebe Leser,

Vitamine sind lebenswichtig für Körper, Geist und Seele. Einige „Vitamin – Geschichten“ möchte ich Ihnen heute erzählen.

Das Vitamin mit dem Beinamen „Schönheitsvitamin“ heißt Biotin: alte Bezeichnung Vitamin.H (wie Haar, Haut). Die Werbung verklärt Biotin zur „Intensivkur für Haut, Haare und Nägel“; denn „Wahre Schönheit kommt von innen“. Demnach könnte man Nüsse als „beauty-snack“ verkaufen, denn insbesondere Hasel- und Erdnüsse enthalten besonders große Mengen an Biotin. Die Wirkung beschränkt sich nicht auf Menschen: auch Pferdehufe wachsen schneller, wenn dem Futter Biotin beigesetzt wird. Als Coenzym ermöglicht Biotin außerdem bestimmten Enzymen die Arbeit.

Als „körpereigener Friseur“ fördert Pantothensäure Wachstum und Pigmentierung der Haare. Als Bestandteil des Coenzym A ist es an fast allen Stoffwechselwegen beteiligt. Ob bei der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Fetten, Proteinen oder bei der Bildung von Cholesterin, Hormonen, Blutzellen oder Antikörpern: Coenzym A ist immer dabei. Mögliche Symptome sind u.a. Brennen und Schwere in den Füßen und Beinen. Wichtig zu wissen: die Antibabypille erniedrigt den Pantothenspiegel im Blut. Auch Hungerkuren, Alkoholkonsum steigern den Bedarf. Schon lange weiß man, dass Pantothensäure am Wundheilungsprozess beteiligt ist. Entsprechende Salbe wirken entzündungshemmend, zudem granulierend - und das schon seit mehr als 50 Jahren.

Vitaminmangel bleibt auch heute noch ein primär medizinisches Problem. Denn Folsäure ist das einzige Vitamin, bei dem über 90 Prozent der Menschen in Deutschland nicht einmal die Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erreichen. Wie kommt’s? Eine gute Quelle für Folsäure ist Spinat .Leider jedoch hitzeempfindlich und wasserlöslich. So kommt es, dass im wohlhabenden Deutschland große Teile der Bevölkerung unzureichend mit Folsäure versorgt sind. Die kann in der Schwangerschaft Menschenleben kosten: Folsäure führt dazu, dass sich bei der Entwicklung des Föten das Neuralrohr nicht richtig schließt. In den USA wird bereits seit 1998 dem Mehl Folsäure zugesetzt. Zudem soll folsäurereiche Ernährung die Häufigkeit von Darmkrebs senken.

Das bekannteste Vitamin C hat auch die spektakulärste Geschichte. Sturmerprobte Seefahrer fürchteten den unsichtbaren Gast an Bord: Skorbut. Heute nutzen viele Menschen Vitamin C zur Unterstützung des Immunsystems.

Die Geschichte der Vitamine zeigt Überraschendes - zugleich Tragisches und Amüsantes.
(B- Vitamine). Technischer Fortschritt in der Verarbeitung von Nahrungsmittel kann ein Rückschritt für unsere Gesundheit sein – das wissen wir nicht erst, seit Tütensuppen und Kartoffelchips unseren Speiseplan „bereichern“. Als am Ende des 19. Jahrhunderts in China Maschinen zum Schälen von Reis eingeführt wurden, wollte man damit die Haltbarkeit des wichtigsten Grundnahrungsmittels erhöhen. Leider wurden neben der harten Schale auch die vitaminreichen Randschichten der Reiskörner entfernt. Zugleich wütete in Asien Beriberi. Eine Seuche, die Nerven und Muskeln schädigte und zu einer Art steifbeinigem „Schafsgang“ führte. Holländische Bakteriologen untersuchten die Vorkommnisse in der damaligen Kolonie (heute Indonesien) und waren fest davon überzeugt, dass es sich um eine Infektionskrankheit handeln müsse. Hygienefeldzüge blieben erfolglos. Also versuchten die Forscher Beriberi-Mikroben in Hühnern zu kultivieren und freuten sich, als die Symptome an den Hühnern auftraten. Doch bevor sie das Phänomen richtig untersucht hatten, war der Spuk vorbei und das Federvieh quietschfidel. Die Forscher analysierten die Lebensumstände und stellten fest: zunächst hatte ihr Speiseplan aus geschältem Reis aus Militärbeständen bestanden. Ein neuer Koch missgönnte jedoch den Tieren das vermeintlich hochwertige Futter mit den Worten „kein militärischer Reis für zivile Hühner“ und gab ihnen fortan braunen Reis, worauf die Hühner genasen.“

Für Ihre Gesundheit alles Gute wünscht
Ihr Wolfgang Woynar


Herzlichst Ihr Wolfgang Woynar


VITAL 2007


Im Dschungel der Medizin-Meinungen wird die öffentliche Diskussion über Vitamine und Mineralstoffe kontrovers, teilweise überhitzt geführt. Die Bürger entscheiden selbst tagtäglich, ob und was sie glauben - und vor allem kaufen.

Richtig ist: Vitamine sind lebenswichtig. Richtig ist ebenso, dass die Versorgung der gesamten Bevölkerung mit Vitaminen ganzjährig ausreichend und relativ preiswert möglich ist.

Aber wahr ist genauso, dass der technische Fortschritt in der Verarbeitung von Nahrungsmitteln ein Rückschritt für unsere Gesundheit sein kann. Erwiesenmaßen besteht Vitaminmangel, zum Beispiel bei Schwangeren und bei älteren Menschen. Dies betrifft vor allem die Folsäure sowie die Vitamine B1, B12, B6, A, D, E und K.

Vitaminmangel entsteht zudem durch einige gebräuchliche Medikamente, die entweder die Aufnahme oder die Verwertung bestimmter Vitamine behindern können. Ferner erfordern Konsumgewohnheiten wie Alkoholtrinken und/oder Zigarettenrauchen, aber auch Schlankheitskuren und die einseitige Ernährung eine höhere Vitaminzufuhr, um negative Folgen zu lindern (Vitamin C, Folsäure, Vitamin A (Betacarotin), B1, B2, B3, B6, und B12). Was Mineralstoffe anbetrifft ist eine zusätzliche Ergänzung mit Magnesium, Zink, Kalzium, Selen empfehlenswert.

Meine bisherigen Feststellungen betreffen allein den Mangel an Vitaminen. Denn der ist zwingend eine Indikation für gezielte Vitamingaben.

Ungeklärt bleibt weiterhin die strittige Frage, ob als Folgen des (vermeidbaren) Vitaminmangels fortschreitende Arteriosklerosen, Herz- und Gefäßerkrankungen, Immunstörungen, höhere Tumoranfälligkeit, sowie Funktionsstörungen des Nervensystems auftreten.

Die fundierte Anwendung von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist das Arbeitsgebiet der Orthomolekularen Medizin, das heißt: „die richtigen Moleküle in den richtigen Mengen“. Diese Medizin wurde begründet von dem Biochemiker und zweifachen Nobelpreisträger Prof. Linus Pauling. Er hat sein Anliegen 1968 in der angesehenen Fachzeitschrift „Science“ so formuliert: "Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Organismus vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind." Seither versucht dieser Zweig der Medizin den weitergehenden Nutzen höherer Vitamindosen - im Bereich des 5 bis 10fachen der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) - zur Gesunderhaltung nachzuweisen.

Das erste Problem besteht jedoch darin, einen Vitaminmangel möglichst frühzeitig zu erkennen. Zwar sind die spezifischen Krankheitszustände durch schweren chronischen Mangel an einem Vitamin für den erfahrenen Arzt aufgrund charakteristischer Symptome vergleichsweise leicht erkennbar. Schwieriger wird die Diagnose indes, wenn Mischbilder durch schweren Mangel an mehreren Vitaminen vorliegen, zumal diese Bilder auch noch von der Grunderkrankung überlagert sind. Die Erfahrungen in der Praxis zeigen, dass der Mangel an Vitaminen als Komplikation einer Grunderkrankung oft übersehen wird.
Noch schwieriger ist das zweite Problem, nämlich die Diagnose des frühen, latenten (also von den Symptomen her noch verborgenen) Vitaminmangels. Grenzwertiger Vitaminmangel ist häufig und zugleich besonders schwer zu erkennen. In der Arztpraxis werden vielfach unspezifische klinische Symptome benannt, wie zum Beispiel Müdigkeit, Leistungsschwäche, Appetitlosigkeit, immer wieder auftretende Erkältungen. Oder es treten charakteristische Mangelzustände auf, beispielsweise bei Depressionen, Durchfall, Haarausfall, Blutungen.
Hier muss unsere Medizin - die ohnehin auf Diagnostik und Therapie bereits vorhandener Krankheitszustände hin programmiert ist, zwangsläufig resignieren.

Über die langfristigen Folgen des latenten Vitaminmangels ist bis heute wenig bekannt. Die wissenschaftlichen Untersuchungen sind zu kurzzeitig angelegt, um Langzeitfolgen sicher beweisen zu können. Also sind die wichtigsten Fragen wissenschaftlich nicht bewiesen, aber auch nicht widerlegt:

• Erbringt eine optimale, langzeitige Vitaminversorgung eine längere und gesündere Lebensspanne (Lebenserwartung)?
• Sind typische Alterserkrankungen wie Arteriosklerosen, Demenz, Alzheimer, rheumatische Erkrankungen durch optimale Vitaminzufuhr zu vermindern?
• Kann eine unzureichende Vitaminzufuhr Kreislauf- oder Tumorerkrankungen begünstigen?

Gesichert scheint, dass bei einem Mangel an bestimmten Vitaminen:
• die Tumorentstehung erleichtert (z.B. bei Mangel an Folsäure, Vitamin A, evtl. Vitamin C)
• die Funktion des Immunsystems beeinträchtigt
• die Degeneration von Zellstrukturen und auch der Arterienwände vermehrt ist (z.B. bei Mangel an Vitamin C, E, Folsäure, Betacarotin, Vitamin B6).

Als wichtigste Indikationsgebiete der Vitamine in der vorbeugenden Anwendung scheinen sich dennoch zunehmend durchzusetzen:
• Funktionserhaltung und -kräftigung des Immunsystems,
• die Erhaltung der Arterienwände bzw. die Arterioskleroseverhinderung, damit Infarktschutz,
• Beitrag zur aktiven Tumorprävention,
• Verlängerung der gesunden Lebensspanne.

Darüber hinaus gibt es einige Indikationen für eine Therapie mit Vitaminen, die freilich der ärztlichen Diagnostik und Therapie vorbehalten sind:
Bestimmte Hauterkrankungen, z. B. Neurodermitis und Psoriasis, psychische Erkrankungen, Schmerzleiden, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Allergieformen
gehören zu diesen Indikationen. Dabei werden die Vitamine nach sorgfältiger Diagnostik, innerhalb eines inhaltlich und zeitlich definierten Therapieplanes, in gezielter Dosierung und präziser Überwachung, ergänzend zu anderen Behandlungsmaßnahmen, angewendet.
Die Vitamindosierungen in der orthomolekularen Therapie liegen weit über den Bedarfsempfehlungen der DGE. Dabei werden grundsätzlich zugleich auch die anderen Vitamine in erhöhter Dosis verabreicht, um keine Ungleichgewichte zu schaffen. Denn eine Kette kann nur so viel halten wie ihr schwächstes Glied.
Gegner der orthomolekularen Medizin bezeichnen dies allerdings als Schrotschusstherapie, bei der vor allem teurer Urin produziert würde.
Bekanntlich versetzt der Glaube Berge. Und der lässt sich nun mal nicht von wissenschaftlichen Doppelblindstudien (omen est nomen) überzeugen. Dem Vernehmen nach sollen selbst Ärzte, die ansonsten von dem „Rummel“ nichts halten, Vitamine im Bedarfsfall einnehmen.


Dr. med. Wolfgang Woynar
Facharzt für Allgemeinmedizin
Frauenarzt + Männerarzt (cmi)

Wichtiger Tipp!

Bitte beachten Sie: Vitamine sind äußerst instabil. Bei langer Lagerung und insbesondere durch Erhitzen verflüchtigen sie sich. Darum sollten Sie so oft wie möglich frisches und rohes Gemüse und Salate zu sich nehmen.

Worauf Senioren achten sollten

Senioren haben häufig eine mangelhafte Vitamin- und Mineralstoffversorgung. Die unterschiedlichen Faktoren kumulieren sich in ihren negativen Auswirkungen: deshalb denken Sie daran:
• Wer weniger isst, sollte zugleich die Mikronährstoffzufuhr optimieren,
• Ernähren Sie sich ausgewogen mit hohem Frischkostanteil
• fragen Sie Ihren Zahnarzt bei Kauproblemen
• Fragen Sie Ihren Hausarzt bei Appetitlosigkeit, bei Magen – Darm - Erkrankungen oder Einnahme von Arzneimitteln
• Optimieren Sie Ihre Zubereitungsgewohnheiten


Besonders hoch ist der Bedarf an Vitaminen:

• Während der Wachstumsphase bei Kindern und Jugendlichen
• In Zeiten erhöhter geistiger und körperlicher Anstrengung
• In der Schwangerschaft und Stillperiode
• In den Wechseljahren
• Im Alter und bei (chronischen) Erkrankungen
• Längerfristige Medikamenteneinnahme

 


Warum sollte ich abnehmen?


Aus der Praxis des Hausarztes:

Ist Übergewicht wirklich schädlich?
Erhebliches Übergewicht ist sicher schädlich mit gesundheitlich negativen Konsequenzen. Einerseits wegen der vermehrt auftretenden Stoffwechselkomplikationen, z.B. Diabetes, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und wegen der daraus resultierenden koronaren Herzkrankheit. Zudem wegen der statischen Komplikationen durch das vermehrte Körpergewicht: Arthrose und Rückenbeschwerden, die treten gehäuft bei Übergewichtigen auf.

Ist Übergewicht für jeden gleich schädlich?

Übergewicht allein bestimmt nicht das Risiko für Komplikationen. Erst wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen, beispielsweise zusätzlich noch hoher Blutdruck oder Diabetes, vervielfacht sich das Risiko für das Herz wesentlich. Wenn sich Blutdruck, Cholesterinspiegel und Blutzucker im Normbereich befinden, dann ist das Stoffwechselrisiko Übergewichtiger eher kleiner.

Ein zweiter Gesichtspunkt kommt hinzu: Entscheidend ist auch wie das Fett verteilt ist. Wir wissen aus Studien, dass es auch wichtig ist, wo sich das Fett anhäuft. Beispielsweise ist das Bauchfett gefährlicher als das die Fettansammlung an Gesäß oder Oberschenkel.

Warum ist das so?
Stoffwechselkomplikationen treten gehäuft bei stammbetontem Übergewicht auf. Das abdominale Fettgewebe hat einen beschleunigten Fettumsatz. Es behindert zudem den Insulinabbau, die Insulinresistenz. Die verminderte Insulinwirkung ist ausgeprägter bei stammbetontem Übergewicht.
Männer haben bekanntlich häufiger das bauchbetonte Übergewicht.

Welche Gründe sprechen noch gegen Übergewicht?
Neben den medizinischen Gründen sind psycho- soziale Nachteile zu nennen. Die spielen eine immer größere Rolle in der heutigen Arbeitswelt. Immer mehr Leute mit Übergewicht werden arbeitslos oder werden diskriminiert. Übergewicht wird von vielen negativ wahrgenommen. Eine sehr verbreitete Aussage lautet: Dicke sind undiszipliniert, sie sind maßlos, sie sind selber schuld an ihrem Dicksein. Das ist eigentlich ungerecht, weil es vielfach nicht zutrifft. Denn auch Normalgewichtige kennen das Phänomen: übermäßiges Konsumieren mit nachfolgend schlechtem Gewissen.

Übergewicht bei Kindern.
Das Übergewicht beim Kind ist ein sehr problematisches Thema, denn übergewichtige Kinder bleiben häufig auch im Erwachsenenalter übergewichtig. Häufig sind ganze Familien übergewichtig, verständlich bei gleichen Ernährungsgewohnheiten. Die Bekämpfung des Übergewichtes sollte schon sehr früh beginnen, im Elternhaus, später in der Schule. Alle, Eltern und Lehrer, müssen versuchen, dieses vermeidbare Risiko gering zu halten. Für den Hausarzt ist es allerdings nicht sehr einfach. Er muss die ganze Familie behandeln, nicht das Kind allein. Ohne Zwang oder Druck muss ein alternatives Essverhalten eingeübt werden.

Warum wird man eigentlich übergewichtig?
Unbestreitbar gilt: man wird übergewichtig, weil die Bilanz nicht stimmt. Die Bilanz zwischen aufgenommener Energie – also den Kalorien in der Nahrung - und dem Verbrauch der Energie, also der Kalorien. Häufig stimmt die Bilanz auf beiden Seiten nicht! Der Fettanteil – das Kalorienangebot - ist zu hoch, aber zugleich bewegen wir uns zu wenig, im Beruf wie im Privatleben, d.h. der Kalorien - Verbrauch ist zu gering.
Jeder Ernährungsbericht sagt, dass wir einerseits zu viel und andererseits falsch essen, also zu süß, zu fett etc. Quantität und Qualität stimmen zunehmend nicht bei unserer Ernährung.
Das sind die tatsächlichen Gründe für die zunehmende Häufigkeit des Übergewichtes in allen Industrieländern.

Wie groß ist der genetische Faktor?

Wissenschaftliche Studien, insbesondere der Zwillingsforschung, zeigen, dass Übergewicht eine starke vererbte Komponente hat, die man eigentlich erst in letzter Zeit so richtig zur Kenntnis genommen hat. Eineiige Zwillinge entwickeln sich praktisch immer sich gleich, unabhängig in welchem Milieu sie aufgewachsen sind. Je nach Autor sind etwa 50% durch Erbfaktoren bedingt. Welche Gene es exakt sind, das ist noch unklar. Man hat einige Hinweise, etwa im Leptin-Gen, aber auch in Betarezeptoren. Aber für die Mehrzahl gibt es noch keine hinlängliche Erklärung.
Das heißt, Übergewicht vermeiden ist nicht unmöglich, sondern lediglich schwieriger.
Fakt bleibt: wenn Sie Ihre Energiebilanz ausgeglichen halten, also weniger Kalorien aufnehmen und gleichzeitig mehr Energie verbrauchen, dann werden Sie nicht zunehmen.

Mythos: „Gute / schlechte Futterverwerter“
Wahr ist, wir verwerten praktisch alles, was wir essen. Deshalb ist die Annahme falsch, dass es bei gesunden Menschen unterschiedliche Futterverwerter hinsichtlich der Kalorien - Aufnahme im Darm gibt. Im Stuhl erscheint weniger als 1% der aufgenommenen Energie. Hier gibt es keine wesentlichen Unterschiede.

Mythos: „Drüsenstörung“
Für die Erklärung von Übergewicht sind Hormonstörungen („Drüsen“) irrelevant. Richtig ist,
dass man nach Einnahme von Steroiden dazu neigt zuzunehmen. Auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann man etwas an Gewicht zunehmen.

Mythos: „schwere Knochen“
Auch das ist kein stichhaltiges Argument. Die Knochenmasse ist ein kleiner Teil des gesamten Körpergewichtes. Sie variiert, hat aber nichts mit Adipositas (Fettleibigkeit, Fettsucht) zu tun. Das Körpergewicht ist bedingt durch die Fettmasse und nicht die Knochenmasse.

Dr. med. Wolfgang Woynar
Facharzt für Allgemeinmedizin
Frauenarzt – Männerarzt (cmi)


Gesund abnehmen


Eine häufig gestellte Frage in der Praxis des Hausarztes lautet: „Wie sieht die richtige Ernährung für das Abspecken aus? Meine langjährige Erfahrung lehrt:
Die erste Voraussetzung ist Ihre höchstpersönliche Erkenntnis: „Ich sollte abnehmen“. Der Entschluss: „Ich will abnehmen“ als zweite Stufe muss ebenfalls von Ihnen ausgehen. Die Erkenntnis: „Ich kann abnehmen“ bleibt ein langwieriger Prozess, bei dem Ihnen der Arzt Ihres Vertrauen gerne hilft.
Medizinisch bleibt die Kalorienreduktion das Wichtigste, also ein Weniger an Energiezufuhr. Die gesamte Energiemenge (Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß) muss reduziert werden, bevor man einzelne Nahrungsbestandteile oder Nährstoffe beschuldigt. Eine weitere wesentliche Maßnahme ist die Einschränkung der Menge von Fett in der Nahrung. Denn Fett setzt schnell an, ist besonders energiedicht und transportiert Geschmacksstoffe in einem kleinen Volumen. Viele wohlschmeckende Nahrungsmittel sind relativ fettreich.
Vor Jahren wurde propagiert: Man könne soviel Kohlenhydrate essen wie man will, die würden ohnehin gleich wieder verbrannt und kaum in Fett umgewandelt. Das stimmt so nicht. Neuere Daten zeigen, dass man auf Dauer gesehen kaum wesentlich Gewicht abnimmt, wenn allein der Fettanteil reduziert wird. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass man ohne Verringerung der Kohlenhydrate zum Erfolg kommt.
Das richtige Essverhalten beginnt mit der planvollen Überlegung, wie und womit Sie sich vernünftig ernähren wollen:

• Planen Sie die Gestaltung Ihrer Ernährung im Ihrem Tagesablauf. Eher häufige, kleine Mahlzeiten als wenige, große Mahlzeiten.

• Halten Sie Disziplin ein. Nicht irgendwelche Kleinigkeiten so zwischendurch.

• Achten Sie zudem auf ausgewogene Ernährung („Mittelmeer-Kost“).

• Reichlich Salate, Gemüse, Obst. Die sind natürlich, sehr gesund, kalorienarm und deshalb sehr empfehlenswert. Sie sind auch wegen anderen Eigenschaften essentielle Bestandteile einer gesunden Ernährung. Stichwort: Antioxidative Vitamine und Faserstoffe.

• Ganz wichtig: Trinken Sie möglichst viel – Minimum 2 Liter pro Tag, vorzugsweise energielose oder energiearme Getränke.

Das alles hilft, reicht aber allein nicht aus. Die Frage: „Bringt körperliche Bewegung wirklich viel?“ ist eindeutig mit „Ja!“ zu beantworten. - Jede Bewegung ist wichtig. Sport beeinflusst nicht nur Herz und Kreislauf günstig, sondern gestaltet auch den Kalorien-Umsatz ausgeglichen. Sie sollten deshalb jede Bewegungsmöglichkeit im Alltag nutzen, wie Treppensteigen statt Aufzug, kürzere Strecken zu Fuß statt mit dem Auto etc. Auch viele kleine Bewegungseinheiten sind kumulativ wirksam. Gezielte sportliche Aktivität mit Ausdauercharakter (Gehen, Wandern, Joggen, Radfahren, Schwimmen etc.) 3- 4mal pro Woche ist eine effektive Investition in Ihre Gesundheit.

Dr. med. Wolfgang Woynar
Facharzt für Allgemeinmedizin
Frauenarzt – Männerarzt (cmi)