Liebe Leserinnen und liebe Leser

Millionen Menschen leiden an Rheuma und Arthrose. Viele aber leiden nicht nur an ihrer schmerzhaften Krankheit, sondern sie leiden außerdem auch an den Nebenwirkungen der dauerhaft eingenommenen „Rheumamittel“. Zusätzlich werden häufig „Schmerzmittel“ genommen. Die pharmalogischen Wirkweisen sind höchst unterschiedlich.
Zum Beispiel nehmen viel Rheumakranke ASS (Acetylsalicylsäure), Ibuprofen, Diclofenac, oder anderes. Einzeln sind die Substanzen hilfreich. Etwa bei Verschleiß des Gelenkknorpels im Alter - der Arthrose - hilft es. Gefahr droht bei Mehrfachverordnungen und, wenn es zusätzlich zu diversen freiverkäuflichen Schmerzmittel genommen wird. Logische Folge: ein solcher Medikamenten-Mix erhöht die Gefahr von Komplikationen.
Medikamente gegen Rheuma sollten weniger auf den Magen schlagen, stattdessen nachhaltig Gelenkschmerzen lindern. Die allseits bekannten Medikamente wie ASS, Ibuprofen, Diclofenac hemmen sowohl Cox-1 wie Cox-2. Damit lindern sie Schmerz und Entzündung in den Gelenken, zugleich heben sie jedoch die Schutzwirkung im Magen auf.
In der täglichen Praxis wird vielfach die Frage gestellt: Ist Rheuma heilbar?
Die Antwort ist folgende: es gibt viele Formen von Rheuma, die vorübergehend auftreten und wieder vollständig ausheilen können: beispielsweise eine „Sehnenscheidenentzündung“ oder der „Tennisellbogen“. Dagegen hat die „rheumatoide Arthritis“ meist einen chronischen Verlauf, sie ist sehr wohl behandelbar, aber nicht heilbar. Seien Sie vorsichtig, liebe Leserinnen und Leser, wenn Ihnen jemand "Heilung" verspricht! Die „Arthrose“ - Folge von Alterung und Verschleiß - ist natürlich auch nicht heilbar, aber glücklicherweise ist längst nicht jede Arthrose immer mit Schmerzen verbunden.

Patienten wollen häufig wissen: Ist Kortison schädlich?
Kortison ist ein körpereigenes Hormon, eine Substanz, die der Körper selber in der Nebenniere produziert. Dieses Hormon ist lebenswichtig. Kortison beziehungsweise seine nahen verwandten Stoffe haben aber auch eine stark entzündungshemmende Wirkung, die therapeutisch genutzt wird. Kortison wurde in den 30er Jahren entdeckt und anfänglich viel zu kritiklos eingesetzt. Es wirkte wie ein Wunder, dass langjährig bettlägerige Polyarthritis-Patienten dank Kortison wieder gehfähig wurden. Leider bemerkte man bald, dass Kortison erhebliche Nebenwirkungen haben kann, wenn es über Monate in hohen Dosen verwendet wird: es führt zu Gewichtszunahme, zu Knochenschwund (Osteoporose), zu einer Verschlechterung des Zuckerstoffwechsels, zu dünner Haut, zu hohem Blutdruck und zu Augenschädigungen. Heute haben wir aber gelernt, mit dieser Substanz vernünftig umzugehen und ihre Vorteile zu nutzen, ohne großen Schaden anzurichten. Für viele akute Situationen ist der vernünftige, kurzfristige Einsatz von Kortisonpräparaten nach wie vor richtig. Einige wenige Krankheiten können nur mit Kortison behandelt werden, so beispielsweise die Polymyalgia rheumatica (entzündlicher Muskelrheumatismus).
Ich erkläre meinen Patienten jeweils: es ist wie beim Alkohol, nicht die Substanz allein ist giftig, sondern die Dosis entscheidet, ob jemand ein Genießer ist oder zum Alkoholiker wird. So ist es ein großer Unterschied, ob jemand in größeren Abständen eine Kortisonspritze benötigt oder das Präparat über Monate in hoher Dosierung einnehmen muss.

Eine andere oft gestellte Frage lautet: Wie sicher sind neue Rheumamittel, die selektiven COX-2- Hemmer? In Studien zeigt sich, dass die neuen Rheumamittel in der Lage sind, schwerwiegende Komplikationen (gravierende Blutungen, Perforationen) auf etwa die Hälfte zu reduzieren im Vergleich zu den älteren Medikamenten. Nicht gefährliche, oft aber auch störende Nebenwirkungen sind fast gleich häufig wie bei den älteren Rheumamitteln.
Auch bei diesen Medikamenten ist Vorsicht geboten bei schwer einstellbarem hohem Blutdruck, bei eingeschränkter Herzleistung und bei eingeschränkter Nierenfunktion!
Rheumamittel in vielfältiger Form und Farbe gibt es von zahlreichen Firmen – ein heißumkämpfter Markt. Ein lukratives Milliardengeschäft. Viele werden frei verkäuflich am Ladentisch angeboten. Jedermann sollte wissen: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.
Kein Medikament ist frei von unerwünschten Nebenwirkungen, es sei denn: es besitzt gar keine Wirkung!

Für Ihre Gesundheit alles Gute wünscht Ihnen Ihr Wolfgang woynar


Herzlichst Ihr Wolfgang Woynar


"Rheuma" ist keine Diagnose

"Rheuma" ist keine Diagnose im engeren Sinne. Rheuma ist auch keine einheitliche Krankheit. Im Bewusstsein der Bevölkerung ist der Begriff “Rheuma“ verbunden mit Schmerz, Entzündung, Schwellung. Man denkt an Verdickung und Verformung von Gelenken, an beginnende Versteifung mit zunehmender Tendenz. In der ärztlichen Praxis treten Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises in vielfältiger Weise in Erscheinung: sie befallen Gelenke, Bänder und Sehnen, Muskel und Knochen, in seltenen Fällen auch innere Organe. Sie verursachen Schwellungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Die Ursachen sind höchst unterschiedlich.

Wir Ärzte unterscheiden rheumatische Erkrankungen je nach Auslöser:

- Sehr häufig als degenerativer Rheumatismus (Arthrose), die Stoffwechselstörung des Gelenkknorpels, denkbar an über 200 Einzelknochen, die beim Menschen gelenkig miteinander verbunden sind, ganz gleich ob großes und kleines Gelenk. Im Bereich der Wirbelsäule wohlbekannt als Bandscheibenleiden. Diese degenerativen rheumatischen Erkrankungen plagen zwar häufig ältere Menschen, daher die wenig einfühlsame Bezeichnung „Alterung“ und „Verschleiß“, aber auch Jüngere bleiben nicht verschont.
- Der entzündliche Rheumatismus, also die Entzündung von Gelenken, ist weitaus am häufigsten. In diese Gruppe gehört die "Rheumatoide Arthritis", auch "Chronische Polyarthritis“ (CP) genannt, bei der fast alle Gelenke entzündet sein können. Beim "Bechterew" sind die Gelenke zwischen den Wirbeln entzündlich befallen. Aber auch Muskel (Polymyalgie) und das Bindegewebe (Kollagenosen) können betroffen sein.
- Weichteilrheumatismus tritt auf in lokalisierten Formen, z.B. Tennisellenbogen oder in generalisierter Form („Fibromyalgie“) auf. Hier sind Sehnen, Bänder und Gelenke schmerzhaft gereizt oder entzündet, nicht Knochen oder Knorpel in den Gelenken.

Stoffwechselstörungen wie die Gicht (Überschuss an Harnsäure) und Osteoporose (Knochenschwund) fallen ebenfalls unter den Sammelbegriff „Rheuma“.
Wie – werden Sie nun fragen - wird „Rheuma“ in der ärztlichen Praxis festgestellt? Wie kommt der Arzt in der täglichen Praxis dem Rheuma auf die Spur? Auch heute noch, im Zeitalter der modernen Hightech-Medizin, werden rheumatische Erkrankungen durch Befragung und Untersuchung festgestellt, meistens anhand der geschilderten Symptome und einer eingehenden körperlichen Untersuchung. Für viele überraschend ist die Erkenntnis, dass die Diagnose „Rheuma“ in der Regel nicht durch „Laborwerte“ oder durch bildgebende Verfahren (Röntgen) gefunden wird.
Etwa 80% der Diagnosen werden durch Befragen und Untersuchen gestellt oder zumindest mit hoher Sicherheit vermutet. Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren dienen der Bestätigung des Verdachtes und dem Ausschluss anderer Krankheiten. An erster Stelle jeder Rheumadiagnostik stehen Anamnese und klinischer Befund, also das, was man als Arzt hört und sieht und „begreift“. Alle weiteren Untersuchungen sind Hilfsbefunde, die nach rationaler Entscheidung ausgewählt werden sollten.
Schmerz ist das Hauptsymptom rheumatischer Erkrankungen, und eine genaue Schmerzanamnese kann die ersten Hinweise auf die Art der Erkrankung liefern.
Zum Beispiel deuten großflächige, fließende Schmerzen, die sich je nach Wetter oder auch durch psychische Faktoren ändern, auf „Weichteil-Rheumatismus“ hin. Beschwerden, die eher außerhalb der Gelenke lokalisiert sind, können eine generalisierte „Insertions-Tendopathie“ bedeuten. Ein Start- und Belastungsschmerz ist für die Frühphase von „Arthrose-Schüben“ typisch, ein massiver Spontan- und Dauerschmerz für die „akute Arthritis“. Bei der „chronischen Polyarthritis“ wird der Schmerz als morgendlich betontes, höchst unangenehmes Gefühl erlebt. Der „Nerven-Kompressionsschmerz“ dagegen ist äußerst quälend für den Patienten und strahlt auf die entsprechende Umgebung aus. Hinter furchtbaren, den ganzen Körper ergreifenden Schmerzen („überall“) könnte eine „Fibromyalgie“ stehen. „Psychogene“ Faktoren spielen eine große Rolle.

Die Rheuma-Anamnese beinhaltet zusätzlich eine Sozial und Berufsanamnese. Die erste Verdachtsdiagnose wird durch die klinische Untersuchung weiter eingegrenzt. Es gilt, sich einen Überblick über Ausbreitung und Aktivität der Erkrankung zu verschaffen. Alle Gelenke werden im Einzelnen beurteilt. Diese Funktionsprüfung ist auch für die spätere Verlaufskontrolle unerlässlich.
Mediziner stellen das Ausmaß eines Rheumaschadens zusätzlich mit bildgebenden Verfahren fest, z.B. Röntgen, Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Ultraschalldiagnostik, Szintigraphie. Der so festgestellte Schweregrad des Körperschadens ist jedoch – so lehrt die ärztliche Erfahrung - nicht gleichzusetzen mit dem Ausmaß des Leidens und der Behinderung. Schmerz ist immer subjektiv und kann nicht fotografiert werden.
Die häufig überbewerteten „Laborparameter“ erlauben eine Trennung zwischen entzündlichen und nicht entzündlichen rheumatischen Erkrankungen. Laborwerte können die Erstdiagnose bestätigen, laborchemische Werte helfen, die Aktivität einer rheumatischen Erkrankung und den Therapieverlauf zu beurteilen. Denn es gilt, eine Organbeteiligung so frühzeitig wie möglich zu erkennen. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) ist in der Rheumatologie immer noch ein unerlässlicher Wert. Er gibt häufig den ersten und einzigen Hinweis auf eine rheumatische Erkrankung und wird bei Patienten mit chronischer Polyarthritis als wichtigster Aktivitätsparameter verwendet. Sein Nachteil liegt in seiner Trägheit; er hinkt dem Krankheitsgeschehen 2–3 Tage nach und braucht 1–2 Wochen, um wieder auf den Normalwert abzusinken. Schneller reagiert das Protein (CRP). Es steigt 4–6 Stunden danach an, erreicht sein Maximum nach 20–24 Stunden und fällt mit einer Halbwertszeit von nicht ganz einem Tag wieder ab. Die Höhe des CRP- Spiegels korreliert sehr gut mit dem Ausmaß des Gewebeschadens, ist jedoch ein unspezifischer Wert.

Das Blutbild gehört ebenfalls zum Standardprogramm der rheumatologischen Diagnostik. Charakteristischerweise bietet sich das Bild einer Anämie mit Leukozytose und Thrombozytose. Im Muster der Elektrophorese erkennt man ein niedriges Albumin, während die Globuline und Immunglobuline ansteigen. Die Albuminkonzentration nimmt allerdings auch bei Gesunden mit höherem Alter ab. Ein erhöhter Harnsäurespiegel weist lediglich auf das Risiko einer Gichtarthritis hin, ist allein aber kein Beweis für die Erkrankung.

Auch die Rheumafaktoren sollte man kritisch betrachten. Der Rheumafaktor gilt als Indikator für eine chronische Polyarthritis. Bei vielen Patienten mit gesicherter Diagnose ist er aber unauffällig oder falsch positiv. Dies trifft zu bei fast einem Viertel aller älteren Menschen, bei Kindern, die ihre erste Kinderkrankheit durchmachen, sowie bei Lungenkrankheiten und Virusinfekten.Verbesserungen gibt es durch neue standardisierte Methoden Aber auch sie bestätigen lediglich den klinischen Befund. „Rheuma“- Diagnostik ist komplex. Für die Arthrose und für deren Diagnose braucht Ihr Arzt kein Labor.

Dr. med. Wolfgang Woynar
Facharzt für Allgemeinmedizin – Sportmedizin
woynar@hausarzt-bremerhaven.de
www.hausarzt-bremerhaven.de



„Arthritis"

Die "rheumatoide Arthritis" beginnt meist schleichend, mit schmerzhaften Schwellungen und Rötungen an den Fingern und Zehen. Anfangs klingen die Beschwerden wieder ab, mitunter für Monate und Jahre. Nach einiger Zeit brechen die Entzündungen jedoch wieder auf und greifen nach und nach auf immer weitere Gelenke über. Schmerzen in Händen und Füßen machen das Heben und Laufen zur Qual. Mit der Zeit zerstören die Entzündungen die Gelenkknorpel. Selten kommt die Krankheit von selbst wieder zum Stillstand. Charakteristisch ist ein schubartiger Verlauf, der sich über das ganze Leben erstreckt. Entzündliche Phasen wechseln sich mit weitgehend ruhigen Phasen ab.
Die Krankheit ist bis heute nicht heilbar. Sie wird durch Abwehrzellen des Immunsystems ausgelöst, die normalerweise Bakterien, Pilze oder Viren bekämpfen. Sie greifen gesundes Gewebe der Innenhaut von Gelenken an und setzen dadurch die Entzündung in Gang. Warum das Immunsystem "verrückt spielt" und körpereigenes Gewebe zerstört? - keiner weiß das genau. Heilung gibt es keine, nur Linderung.

Dr. med. Wolfgang Woynar
FA für Allgemeinmedizin
www.hausarzt-bremerhaven.de


Arthrose:

Viel bewegen bei geringer Belastung!
Mindestens fünf Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an Gelenkverschleiß. „Damit müssen Sie einfach leben.“ Da ist man natürlich geschockt, wenn man das gesagt bekommt. Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, das Leiden zu lindern. Arthrosen sind degenerative, d.h. verschleißbedingte Erkrankungen der Gelenke und in die große „Familie“ der Rheumaerkrankungen einzuordnen. Arthrose meint zunächst keine Entzündung, sondern den langsamen Abbau des Gelenkknorpels, dem wichtigen „Stoßdämpfer“ zwischen den Gelenken, den Stellen, an denen Knochenenden aufeinandertreffen. Wird der Puffer zerstört, reiben die Knochenenden aneinander und reiben sich dadurch ab. Zwar bilden sich neue Knochensubstanzen, doch die führen zu Versteifungen und Auswachsungen, die das Gelenk deformieren.
Entscheidend ist, dass zerstörter Knorpel sich nicht mehr regeneriert. Lebenslang haben wir nur einen Satz dieser wartungsfreien „Stoßdämpfer“. Über 200 Einzelknochen sind beim Menschen gelenkig miteinander verbunden, an vielen Stellen kann Arthrose auftreten. Die Folgen sind immer die gleichen:
Schmerzen, Entzündungsschübe, Verdickung und Verformung der Gelenke und beginnende Versteifungen mit zunehmender Tendenz. Die schleichende Verschlechterung erfolgt, weil die Betroffenen sich wegen ihrer Beschwerden immer weniger bewegen.
Die Folge: die Muskulatur wird schwächer, das Gelenk immer unbeweglicher.
Zudem birgt weniger körperliche Aktivität die Gefahr deutlich an Gewicht zuzulegen.
Ein Teufelskreis: das Gelenk wird noch mehr belastet und macht mehr Beschwerden.
Die wichtigsten Arthroseformen: * Die Hüftgelenks- oder Coxarthrose bezeichnet eine angeborene oder durch falsche Haltung – Fehlstellungen und Achsenabweichungen (O- und X-Beine) – erworbene Überlastung und Abnutzung des Hüftgelenks. Als Sport empfohlen: Radfahren, Schwimmen, Gymnastik.

* Die Kniegelenkarthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen. Warum daran Frauen etwa viermal häufiger als Männer erkranken ist allerdings nicht bekannt. Hilfreich sind gut trainierte Beinmuskeln, denn die sichern die Gelenkführung und schützen den Knorpel. Im Prinzip gilt, dass man jede Belastung sofort beendet und vermeidet, wenn sie zu schmerzen beginnt.

* Unter Fingergelenkarthrose leiden besonders viele Frauen. Da sich die Finger sichtbar stark deformieren, verstärkt sich der Leidensdruck zusätzlich. Alle Tätigkeiten mit den Händen sind stark eingeschränkt und ständige Schmerzen beeinträchtigen weiter. Auch hier gilt: Überbelastung vermeiden! Sportarten wie Volley- oder Basketball, Tennis, Ski, Rudern sind ungeeignet. Besser: Schwimmen, Joggen, Wandern, Radfahren.

* Die Wirbelsäulenarthrose ist äußerlich kaum zu erkennen, denn die insgesamt 48 Gelenke liegen versteckt. Häufig wird die Wirbelsäule starken Belastungen ausgesetzt, sei es durch schwere Arbeit, Sport oder durch Über- und Fehlbelastung. Ausgehend von der Wirbelsäule strahlen Schmerzen oft in Arme oder Beine aus.
Radfahren, Rückenschwimmen und spazieren gehen belastet wenig und garantiert dennoch die notwendige Bewegung.

* Das beweglichste Gelenk unseres Körpers ist das Schultergelenk. Schon deshalb ist die Gefahr von Fehl- und Überbelastungen sehr groß, Verschleißerscheinungen sind programmiert. Bewegung in Maßen ist auch hier wichtig. Vor allem sollten einseitige Belastungen vermieden werden – sonst geht eines Tages auch hier nichts mehr „reibungslos“.

Dr. med. Wolfgang Woynar
FA für Allgemeinmedizin
www.hausarzt-bremerhaven.de


Tipps für Rheumatiker
• Essen Sie nicht mehr als zwei Fleischmahlzeiten pro Woche. Verzichten Sie auf Wurst und Innereien.
• Planen Sie zwei- bis dreimal wöchentlich eine Fischmahlzeit ein.
• Keine Mahlzeit ohne Grünzeug. Essen Sie täglich frisches Obst und Gemüse.
• Verzichten Sie auf Speck, Butter und Schweineschmalz. Verwenden Sie stattdessen Pflanzenöle, Diät- und Sonnenblumemargarine.
• Stärken Sie Ihre Knochen täglich mit einem halben Liter fettarmer Milch oder einer großen Portion Quark, Joghurt oder zwei Scheiben Käse.
• Eigelb ist nicht „das Gelbe vom Ei“: maximal zwei pro Woche.
• Essen Sie ballaststoffreich. Vollkornnudeln, Naturreis und Kartoffeln machen satt, aber nicht dick.
• Trinken Sie mindestens zwei Liter täglich. Meiden Sie Alkohol.
• Kontrollieren Sie Ihr Gewicht. Übergewicht belastet entzündete Gelenke zusätzlich.

Welche Behandlungsstrategien gibt es?
Ziel der Behandlung ist es, die Entzündungsaktivität während der Schübe zu drosseln und die Abstände zu verlängern. Da die Gelenke in den ersten drei bis fünf Jahren die schwersten, meist unwiderruflichen Schäden davontragen, ist eine frühzeitige und kompetente Behandlung für die weitere Lebensqualität von entscheidender Bedeutung. Notwendig sind langfristige, regelmäßige und gezielte Maßnahmen:
• Medikamente: sogenannte Basistherapeutika mit entzündungshemmenden Eigenschaften: nicht-steroidale Antirheumatika (NSRA), Cortison u.v.a.
• Bewegung: um Schmerzen zu vermeiden, neigt jeder dazu, die Gelenke zu schonen - mit fatalen Folgen!
• physikalische Therapie (Wärme, Kälte, Massagen, Elektrotherapie), Krankengymnastik und Ergotherapie
• operative Therapie: z.B. Korrekturoperation bei Gelenkfehlstellungen oder Funktionseinschränkungen, Gelenkersatz.
• Psychotherapie: zusätzlich und begleitend sinnvoll, wenn die Schmerzen unerträglich werden und der Patient durch seine Krankheit depressiv wird
(Schmerzbewältigung und Entspannungstraining).

Gut für Ihre Knie:
• Verringern Sie Ihr Gewicht
• Entlasten Sie Ihre Kniegelenke
• Tragen Sie keine schweren Lasten
• Vermeiden Sie langes Stehen und Gehen
• Tragen Sie Schuhe mit flachen Absätzen
• Gehen Sie auf weichen Sohlen
• Vermeiden Sie starke Kniebeugen
• Betreiben Sie kniefreundliche Sportarten
• Trainieren Sie täglich Ihre Beinmuskulatur

Für Ihre Gesundheit alles Gute wünscht Ihnen Ihr Wolfgang woynar


Herzlichst Ihr Wolfgang Woynar