Liebe Leserinnen und liebe Leser,

gesunder, „ehrlicher“ Sport ist ein entscheidender Schutzfaktor für unsere Gesundheit. Wenn Sie sich - zusätzlich zur normalen Alltagsarbeit - regelmäßig körperlich belasten und sei es nur durch eine forcierte Variante des Spaziergangs, können Sie Ihr Krankheits-Risiko deutlich verringern. „Walking“ hält nicht nur Frauenherzen fit. Bewegung muss nicht immer in Sport ausarten. Also, raus aus dem Fernsehsessel und mehr bewegen – das ist eine hervorragend wirksame Prophylaxe ohne teuere Pillen. Couch-Potatoes sind out.

Höchste Zeit für Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit Sport zu beginnen. Zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen dafür. Nachfolgend nur zwei Beispiele:

1. Abspecken plus Sport halbiert das Diabetes-Risiko.
Eine finnische Studie zur Prävention des Typ 2 belegt eindeutig die präventive Wirkung eines veränderten Lebensstiles. Voraussetzung ist erstens eine individuelle Ernährungsberatung mit den Schwerpunkten Gewichtsreduktion sowie eingeschränkte Zufuhr gesättigter Fette und Kalorien bei hohem Faseranteil der Nahrung. Und zweitens zusätzlich ein maßgeschneidertes und überwachtes Bewegungsprogramm. Die stolze Bilanz der Studie nach fünf Jahren: die Anzahl der Neuerkrankungen ging um 58 Prozent zurück.

2. „Laufen ist Leben" lautet bekanntlich das Motto gegen den Herztod. Aber auch das Schlaganfallrisiko lässt sich durch Sport, Spinat und Abspecken mindern.
Sich regelmäßig körperlich zu belasten, schützt nicht nur vor einem Herzinfarkt, sondern auch vor einem Schlaganfall. Wer dickleibig ist, bekommt früher oder später eine Hypertonie und weist damit auch ein erhöhtes Schlaganfallrisiko auf. Wer zehn Kilo abspeckt, reduziert sein Risiko um 20 %. Wer zudem viel Obst und Gemüse und damit viel Folsäure zu sich nimmt, reduziert den Homocysteinspiegel und auf diese Weise sein Risiko für einen Herzinfarkt. Dass dies auch für den Schlaganfall gilt, berichtet eine Forschergruppe der Tulane School of Public Health in New Orleans.

Auch in der Praxis des Hausarztes spielt Sport eine immens wichtige Rolle:

Hausärzte betreuen Menschen mit Übergewicht
Ein typisches Problem lautet: „Ich habe schon viele Diäten ausprobiert – keine hat geholfen. Zunächst habe ich gut abgenommen. Lange hat das aber nicht angehalten. Woran liegt das nur?“ Dazu sollten Sie folgendes wissen: Wenn Sie mittels einer Diät Ihr Körpergewicht um 10 kg verringern, verlieren Sie dabei etwa 7 kg Fett und rund 3 kg „fettfreie Masse". Vor allem Muskulatur. Diese bestimmt in hohem Maße den Energie-Grundumsatz. Also sinkt der Energieverbrauch: mit jedem abgenommenen Pfund müssten Sie also immer weniger essen, um die körperlichen Anpassungs- Mechanismen zu überwinden und das Gewicht zu halten. Um weiter abzunehmen, müssten Sie Ihre Nahrungsaufnahme noch drastischer verringern. Das ist langfristig kaum zu realisieren. Denn meistens essen wir nach einer Diät wieder „normal" – mit der Folge, dass wir auch rasch wieder zunehmen. Dieser Teufelskreis lässt sich nur überwinden, wenn der Energieverbrauch nicht sinkt. Gegen diesen als „Jojo-Effekt" bezeichneten Wechsel zwischen raschem Abnehmen und meist ebenso schnellem Zunehmen hilft am sichersten die geeignete körperliche Aktivität in der richtigen Dosierung.
Als gelenkschonende Bewegung – mindestens zweimal in der Woche für jeweils 30 bis 45 Minuten durchzuführen – empfehle ich Joggen, Fahrradfahren, Schwimmen etc., bzw. Mannschaftsspiele mit geringer körperlicher Belastungsintensität. Bewegung kontert den Jojo-Effekt.

Hausärzte betreuen Senioren
Für Muskelaufbau ist es nie zu spät. Die Wirksamkeit von Krafttrainingsprogrammen für ältere Menschen ist mehrfach beschrieben worden. Dabei konnten Verbesserungen der physischen Leistungsfähigkeit sowohl bei hochbetagten Heimbewohnern als auch bei älteren Menschen, die noch zu Hause leben, gezeigt werden. Fatale Stürze alter Menschen lassen sich durch Kräftigung der Muskulatur und Schulung des Gleichgewichtssinnes vermindern. Auch Senioren können vom Muskelaufbau profitieren. Dies steigert nicht nur die Mobilität und Selbstständigkeit, sondern auch die Lebensfreude.

Hausärzte betreuen Kinder und Jugendliche

Die mangelnde sportliche Leistungsfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen ist Besorgnis erregend. Deshalb empfehle ich allen Eltern, Lehrern, Schülern und den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft sich selbst Gedanken darüber zu machen, „Warum Kinder Sport treiben sollten“.

Für Ihre Gesundheit alles Gute
wünscht Ihnen Ihr Wolfgang Woynar

Herzlichst Ihr Wolfgang Woynar

Warum Kinder Sport treiben sollen

Bewegung ist wirksam wie ein Medikament. Für Kinder und Jugendliche sind Bewegung und Sport besonders wichtig: Sport schärft das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil. Sport vermindert die Anfälligkeit für Drogen und Gewalt. Sport kann das Gefühl von Isolierung und Einsamkeit reduzieren. Sport ist körperlicher und seelischer Ausgleich bei Reizüberflutung durch Fernsehen und Computerspielen.
Sport leistet nicht nur gesundheitliche Vorsorge, sondern auch soziale Fürsorge!
Die soziale Integration wird durch Sport wesentlich unterstützt, denken Sie an die vorbildliche Funktion von Sportvereinen. Darüber hinaus leistet Sport viel für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Zum Beispiel:

• Fairness und Regeln beachten, • verlieren können, • sich ein- und unterordnen,
• sich „durchbeißen“ können. Das und vieles andere mehr sind wichtige Lernerfahrungen.

Bei Kindern sind Gesundheitsmängel oft Folge des Bewegungsmangels. Fernsehen, Fast Food und fast keine Bewegung. Da tickt eine Zeitbombe. Bewegungsmangel erhöht allgemein das Risiko zu erkranken: akut und langfristig. Bewegungsmangel führt zu motorischen Defiziten bei Kindern und Jugendlichen und schränkt allgemein deren körperliche Leistungsfähigkeit ein. Unsere Kinder werden immer dicker, Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes mellitus immer häufiger.

Kinder brauchen Bewegung für ihre Entwicklung und für die Ausbildung motorischer Fähigkeiten. Als Erwachsene könnten sie dies später nicht mehr nachholen. Zudem fällt es Erwachsenen, die schon in ihrer Kindheit aktiv gewesen seien, bei weitem nicht so schwer, sich regelmäßig körperlich anzustrengen. Wer dagegen erst als Erwachsener auf die Idee kommt, etwas für die Gesundheit tun zu wollen, muss meist einen viel größeren inneren Schweinehund überwinden. Außerdem fällt es Erwachsenen sehr viel schwerer als Kindern, technisch anspruchsvolle Sportarten, etwa Tennis, zu erlernen.

Warum Kinder und Jugendliche unbedingt Sport treiben sollten:

• Sport fördert die Leistungsfähigkeit. Freude am Sport vermittelt Erfolgserlebnisse.

• Bewegung hat positive Auswirkungen auf Herz und Kreislauf und den Stoffwechsel.

• Probleme mit dem Körpergewicht lassen sich vermeiden.

• Sportler ernähren sich bewusster als Bewegungsmuffel. das heißt sie ernähren sich ausgewogener. Stichwort: Mittelmeer – Kost. Sport hat zwar keinen direkten Einfluss auf das Rauchverhalten, ist aber hilfreich dabei, das Rauchen aufzugeben.

• Sport und Spiel fördern Kraft, Ausdauer, Flexibilität/Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination.
Immunsystem: ein regelmäßiges moderates Ausdauertraining senkt nachweislich die

• Infektrate. Man bekommt nicht so häufig „Husten, Schnupfen, Heiserkeit“, sondern auch schwere allgemeine Infekte werden vermutlich gesenkt.

 

Stütz- und Bewegungsapparat:

• Sport führt zur Zunahme von Knochenmasse,
• Sport stärkt die Muskulatur, Gelenke werden dadurch stabilisiert. • Die Eigenwahrnehmung des Gleichgewichtes und damit die Bewegungssicherheit werden verbessert. Fehlbelastungen und Haltungsschwächen werden reduziert.

Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass eine tägliche Sportstunde positive Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat und darüber hinaus das Sozial- und Arbeitsverhalten von Kindern verbessert. Die Kinder werden wesentlich ausgeglichener und aufmerksamer, weniger aggressiv.
Gerade junge Sportlehrer/innen sind für die Akzeptanz und Glaubwürdigkeit des Faches Sport ganz besonders wichtig - nur es gibt zu wenige! Ziel von Politik und Gesellschaft muss es sein, die gesundheitlichen, psychologischen und sozialen Auswirkungen von Sport zu erkennen und zu fördern.

Dr. med. Wolfgang Woynar
Facharzt für Allgemeinmedizin – Sportmedizin
www.hausarzt-bremerhaven.de


Geeignete Sportarten


Walking / Walken

"Gehen ist die beste Medizin." In den USA hat der Gesundheitssport mit einigen Millionen aktiven Walkern die Sportart Joggen bereits "überholt".
Walken kann jeder, ob jung oder alt, dick oder dünn. Ärzte empfehlen vor allem älteren Menschen, Übergewichtigen und sportlichen Neueinsteigern zu "Gehen" anstatt zu "Rennen". Walken stellt einen optimalen Einstieg in das Ausdauertraining dar und das Gehtempo kann leichter der individuellen Belastbarkeit angepasst werden. Überforderungen des aktiven und passiven Bewegungsapparates können vermieden, überflüssige Pfunde gefahrlos und fast nebenbei abtrainiert werden.
Die Technik ist sehr einfach. Prinzipiell handelt es sich um schnelles, sportliches "Marschieren" mit besonders betontem Armeinsatz, das heißt mit bewusstem gegengleichen Schwingen der angewinkelten Arme.

Walken – so geht`s
• Blick 5m voraus auf den Boden,
• Kinn nach innen, Nacken lang, Schultern unten lassen und leicht nach hinten ziehen
• Hände: leicht geöffnete Faust
• Brustkorb heben
• Bauch einziehen, leicht anspannen
• Armee leicht spitz angewinkelt
• Ellenbogen parallel, nahe am Körper
• Füße abrollen

Walken darf nicht mit der Wettkampfsportart "Gehen" verwechselt werden, bei der Höchstleistung angestrebt wird. Extreme Hüftrotationen, mit denen die Wettkampfgeher versuchen, kurze Bodenkontaktzeiten zu erreichen und dadurch das Tempo zu erhöhen, werden beim Walken vermieden, dass heißt das typische und schädliche "Hüftwackeln" bleibt aus.
Verletzungen von Muskeln, Bändern und Gelenken kommen beim Walken praktisch nicht vor, im Gegensatz zum Joggen, weil immer ein Fuß die Erde berührt.
Sportmedizinisch bietet diese Sportart wegen des dynamischen Bewegungsablaufes ohne Stauchbelastungen der Gelenke den Vorteil, schonend Herz-Kreislauf-System und zugleich die Ausdauer zu trainieren.
Spaß, Fitness, Gesundheit stehen dabei im Vordergrund: je nach Gusto, gemütlich oder flott, meditativ/entspannend oder schnell/ "powervoll". Inzwischen gibt es Walking in vielerlei Variationen, zum Beispiel als Hill- Walking, Nordic- Walking, Power- Walking und Walking im Wasser. Nordic- Walking mit Stöcken stärkt zusätzlich die Muskulatur des Oberkörpers.

Egal für welche Form des Walkens Sie sich entscheiden, "gehen" Sie es an - besser heute als morgen!

Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin



Radfahren / Radsport

In Zeiten hoher Benzinpreise schwingen sich immer Bundesbürger schwingen aufs Rad.
Radeln fördert die Ausdauer, stärkt das Herz-Kreislauf-System, ist gut in den Alltag integrierbar und zählt aus sportmedizinischer Perspektive zu den empfehlenswerten Sportarten. Auch bei bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie beispielsweise degenerativen Gelenkerkrankungen, können Sie bedenkenlos Rad fahren.
Zu den großen Vorteilen beim Radfahren gehört die Tatsache, dass die körperliche Belastung gut dosierbar ist und stets an den individuellen Leistungsstand angeglichen werden kann.
Das Körpergewicht wird vom Rad getragen, so dass das Sitzen im Sattel Wirbelsäule und Gelenke schont. Das ist für Übergewichtige und Menschen mit degenerativen Erkrankungen wichtig.

Der Sportarzt rät:

Benutzen Sie kleine Gänge bei hoher Trittfrequenz.
Meiden Sie Überbelastung und erzwingen Sie keine unnatürliche Haltung – wie z.B. Querfeldeinstrecken und starken Steigungen.
Beim Radfahren wird die Muskulatur ungleichmäßig beansprucht, d.h. die Vorderseite des Oberschenkels wird stärker beansprucht als die Rückseite. Muskelverkürzungen und Knieschmerzen können die Folge sein. Ebenso Schmerzen der Rücken-, Schulter- und Nackenmuskulatur, die nach längeren Touren durch Verspannungen und Verkürzungen der Muskeln durch ständiges Vorbeugen des Oberkörpers über den Lenker auftreten können. Kräftige Bauch- und Rückenmuskeln üben eine entsprechende Haltefunktion aus und beugen Beschwerden des Bewegungsapparates, vor allem der Wirbelsäule, vor.
Radfahrer klagen vermehrt über Probleme im Po/Sitzbereich, Rücken, Nacken und Zehen, Ellenbogen. Ein ausgedehntes Stretching kann hier Abhilfe schaffen.

Grundsätzlich sollten Sie regelmäßig Fahrrad fahren. Reines "Wochenendfahren" ist eher nicht sinnvoll, da sich weder Gelenke noch das Herz-Kreislauf-System langsam und kontinuierlich auf die Belastung einstellen können. Sie sollten mindestens zwei bis dreimal pro Woche aufs Rad steigen und nach einer circa fünfminütigen Aufwärmphase (langsames Radeln) ein zügiges, gleichmäßiges Tempo anschlagen. Bei Ermüdungsanzeichen verringern Sie das Tempo. Eine Trainingseinheit endet mit einer Abwärmphase bei reduziertem Tempo. Vor allem bei längeren Touren sind aktive Pausen mit Lockerungs- und Dehnübungen angezeigt.
Radsport trägt bis ins hohe Alter zum Erhalt und zur Verbesserung der körperlichen Fitness bei. Eine möglichst individuelle Abstimmung von Rahmengröße, Sattelhöhe und Sitzposition beugt Fehlbelastungen vor und erhöht den "Spaß-Effekt"! Die richtige Sattelhöhe (Knie stets leicht gebeugt) gewährleistet eine gesunde Beanspruchung von Ober- und Unterschenkelmuskulatur ohne die Kniegelenke zu belasten. Bei der idealen Sitzposition ist der Oberkörper etwa im 45° Winkel nach vorne geneigt (Lenker ca. 3-4 cm niedriger als der Sattel).
Wer Rückenprobleme hat sollte aufrechter, das heißt eher gerade sitzen. Von der Seite betrachtet ist der Sattel passend eingestellt, wenn das Lot von der Vorderkante des Knies knapp vor der Pedalachse liegt. Zudem empfehlenswert sind spezielle Gesundheitslenker, Schuhe mit Profil, angepasste Kleidung und natürlich ein Helm.



Laufen/ Joggen

Der Laufsport ist aus sportmedizinischer Sicht empfehlenswert, rückenfreundlich und zugleich am wenigsten verletzungsgefährdend, wenn auf den richtigen Untergrund, das richtige Schuhwerk und natürlich die richtige Technik geachtet wird.
Regelmäßiges Joggen ist ideal für Herz und Kreislauf. Die Ausdauer wird verbessert, der Stoffwechsel ökonomisiert, das Atemvolumen vergrößert, das Herz trainiert, das Immunsystem stimuliert, Joggen setzt Glückshormone frei und erhöht die Stresstoleranz.
Es kommt zu einer besseren osmotischen Ernährung der Bandscheiben und zur Kräftigung des Bewegungsapparates. Die Gesamtleistungsfähigkeit des Organismus wird gesteigert.
Wer die richtige Technik vernachlässigt, belastet nicht nur unnötig seinen Kreislauf, sondern schadet auch seinen Gelenken. Die Folge können Schmerzen, Verstauchungen und Knochenbrüche sein.
Übergewichtige, die "abspecken" und etwas für ihre Gesundheit tun wollen, sollten daher nicht mit Joggen beginnen, sondern ihre Leistungsfähigkeit kontinuierlich steigern und dem Körper, zum Beispiel durch Walken, Radfahren oder Schwimmen auf gelenkschonende Weise die Möglichkeit geben, sich an die Belastung zu gewöhnen.
Asphaltierter oder betonierter Untergrund sowie Strecken mit starken Steigungen und Gefällen sollten Sie wegen der Stauchbelastungen, die bei falscher Lauftechnik auftreten können, meiden. Das Laufen auf weichen, ebenen Wiesen oder Waldböden beugt einer übermäßigen Beanspruchung von Wirbelsäule und Gelenken vor.
Ihre Laufschuhe sollten bequem sein, festen Halt bieten und über eine rutschfeste, stoßdämpfende Sohle verfügen. Neben dem richtigen Untergrund und Material ist die Lauftechnik entscheidend für ein verletzungsfreies Training. Der Fuß sollte möglichst mit der Ferse aufgesetzt und dann und dann über die ganze Sohle abgerollt werden. Die Füße heben Sie dabei nur wenig vom Boden ab. Kleine Schritte sparen Kraft und tragen dazu bei, die Gelenke zu schonen. Die Körperhaltung ist aufrecht und leicht nach vorne gebeugt. Die angewinkelten Arme schwingen im Laufrhythmus mit, während die Hände zu einer lockeren Faust geschlossen sind.
Integrieren Sie das Lauftraining an mindestens zwei Tagen der Woche fest in Ihren Alltag. Als Neueinsteiger sollten Sie Ihre Trainingszeiten schrittweise erhöhen und die Pausenzeiten (Gehpausen) dabei allmählich reduzieren. Während des Laufens sollten Sie sich wohl fühlen und nie außer Atem kommen, dass heißt, es sollte stets eine Unterhaltung möglich sein. Zur Kontrolle der Belastungsintensität über die Herzfrequenz, die laut einer Faustregel bei 180 minus Lebensalter liegen sollte, können Sie Pulskontrollen in den Erholungsphasen und nach Beendigung der Belastung vornehmen.
Wie bei allen Sportarten ist auch vor dem Lauftraining ein adäquates Aufwärmprogramm ratsam. Oberschenkel und Leistengegend sollten stets gründlich gedehnt werden. Nach Beendigung der Belastung ist ein intensives Stretching-Programm empfehlenswert.


Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin



Schwimmen

Diese Sportart ist beliebt und ausgesprochen gesund zugleich.
Die Auftriebskraft des Wassers reduziert die Schwerkraft unseres Körpergewichtes auf etwa ein Zehntel! Das führt zur Entlastung von Wirbelsäule, Gelenken und Bändern werden geschont. Bewegungs- sowie Belastungsmöglichkeiten werden für Patienten mit bestehenden Problemen des Bewegungsapparates erweitert.
Bei gleichem Krafteinsatz werden Bewegungen wegen des Wasserwiderstandes langsamer ausgeführt. Überbelastungen werden vermieden und es kommt zur Kräftigung der Muskulatur sowie Verbesserung der Ausdauerfähigkeit.
Die richtige Technik der einzelnen Schwimmstile ist abhängig insbesondere von Bewegungseinschränkungen, Belastbarkeit, Zielsetzungen, u.a.
Brustschwimmen kann bei korrekter Bewegungsausführung ideal zur Mobilisation der Wirbelsäule eingesetzt werden. Allerdings kommt es zu einer ständigen Überbelastung der Hals- und Brustwirbelsäule, wenn Sie mit erhobenem Kopf schwimmen bzw. keine Wasserausatmung ausführen. Die dauerhafte Hohlkreuzbildung und Überstreckung der Halswirbelsäule führt zu einer erhöhten Belastung der Bandscheiben mit zuweilen schmerzhaften Folgen.
Die typische "Schere der Beine" kann bei mangelhafter Technik zum sog. "Brustschwimmer-Knie" führen. Die Folge sind Schmerzen an der Innenseite des Knies, bedingt durch die Überbelastung von Innenband und Meniskus.
Rückenschwimmen ist aus sportmedizinischer Sicht optimal für die Wirbelsäule, bedarf aber einer intensiven Technikschulung.
Der Sportarzt rät:
Vermeiden Sie einseitige Belastungen des Bewegungsapparates, indem Sie mehrere Schwimmstile kombinieren. Ziehen Sie Ihre Bahnen gleichmäßig und zügig. Zur Steigerung Ihrer Ausdauer ist es besser, lange Strecken langsam, als kurze Strecken schnell zu schwimmen. Erhöhen Sie langsam und kontinuierlich die Streckenlänge während Sie die Pausenzeiten verkürzen.


Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin



Inline- Skaten

Inline- Skaten hat sich zum Volkssport entwickelt. Durch die gleitenden, runden Bewegungsabläufe ist das Skaten vergleichbar mit dem Schlittschuh- und Skilanglauf.
Der hohe Erlebniswert und Spaßfaktor, das Gefühl der Freiheit auf Rollen, im richtigen Rhythmus geradezu schwerelos dahinzugleiten, fasziniert alle Altersgruppen.
Inline- Skaten steigert die konditionelle Fitness im Sinne eines gesundheitsfördernden Herz-Kreislauf-Trainings, denn durch die langsamen, gleitenden Bewegungen ermüdet die Muskulatur nicht so schnell. Zugleich beansprucht es die wichtigsten Muskelgruppen und fördert Kraft, Gleichgewichtssinn (Koordination) und Beweglichkeit.
Sportmediziner empfehlen Inline- Skaten, weil durch die harmonischen, runden und fließenden Bewegungen nur geringe Belastungen des Stütz- und Bewegungsapparates auftreten.
Im Vergleich zum Joggen werden Gelenke (Fuß-, Knie und Hüftgelenke) sowie die S-förmige Wirbelsäule weniger stark beansprucht. Die Gelenke sollten beim Skaten stets im Lot belastet werden bzw. in der Gleitphase sollten Nase, Knie- und Fußgelenke eine gerade Linie bilden. Halten Sie Knie- und Hüftgelenke stets leicht gebeugt.
Nach Stürzen kommt es immer wieder zu Verletzungen. Gründe hierfür sind häufig die fehlende Fertigkeit der richtigen Fahr-, Brems- und Falltechnik, sowie fehlende Schutzausrüstung. Besonders gefährdet sind Hand-, Ellbogen- und Kniegelenke.
Der Sportarzt rät:
Erlernen Sie Inline- Skaten unter fachlicher Anleitung in Übungskursen richtig. Derartige Kurse werden von den Vereinen angeboten. Je besser die Sportart beherrscht wird, desto geringer ist das Verletzungsrisiko und desto deutlicher werden gesundheitsfördernde Aspekte.
Neben der richtigen Technik sind Helm, sowie Hand-, Ellbogen- und Knieschützer ein Muss - nicht nur für jeden Neueinsteiger.

Insbesondere für Anfänger und ältere Menschen, die eine längere Sportpause hinter sich haben, kann der gelenkschonende Ausdauersport der ideale Weg zum Wiedereinstieg in den Sport sein. Übergewichtige werden überflüssige Pfunde los und stärken ihren Kreislauf.

Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin



Zum Thema Doping

..sich selbst und andere zu betrügen ist erfahrungsgemäß eine weit verbreitete menschliche Untugend. (Chemische) Manipulation ist ein Phänomen unserer Gesellschaft - nicht nur im Spitzensport. Das Problem „Doping" betrifft auch den Breitensport.

Via Internet beziehen Freizeitsportler die leistungsfördernden und muskelschwellenden Präparate. Statt um Sport geht es hier um Lifestyle und Kondition – mit oft schwerwiegenden Folgen. Bei den Anwendern herrscht fatalistischer Optimismus: „Mir wird schon nichts passieren!" Wer denkt schon im Krankheitsfall, bei scheinbaren „Schicksalsschlägen“ an früheren Missbrauch von Dopingmitteln?

Welche Ausmaße das Problem des „Breiten-Dopings" inzwischen angenommen hat, veranschaulicht eine Studie der Universität Lübeck.
Demnach soll insgesamt jeder fünfte regelmäßig im Fitness-Studio trainierende Sportler zumindest zeitweise auf leistungssteigernde Substanzen zurückgreifen. Bei Hobby-Bodybuildern sollen sogar zwischen 45 und 50 Prozent der Männer und 10 bis 15 Prozent der Frauen regelmäßig Anabolika einnehmen. Wenn diese Daten stimmen, hätten wir in Deutschland rund 700 000 Anabolika-Konsumenten.

Der Schwarzmarkt von leistungsfördernden Medikamenten blüht. Jeder verdient daran. Jährlich sollen über elf Millionen Tabletten, knapp 150.000 Ampullen sowie gut 410 Kilogramm anabolikahaltiger Dopingmittel allein in Deutschland verkauft werden. Die eingesetzten Dosen sollen häufig exzessiv hoch sein, meist das Zehn- bis Einhundertfache der normalen therapeutischen Dosis. Zudem sind viele der auf dem „Schwarzen Markt" erstandenen Produkte verunreinigt. Die meisten im Internet erhältlichen Mittel würden laut van Kleij nie genehmigt werden. In sehr vielen Pillen sei weder qualitativ noch quantitativ das enthalten, was der Vertreiber angibt, vor allem bei denjenigen aus dem Osten, die derzeit den Markt überschwemmen. In einer von der Sporthochschule Köln durchgeführten Analyse dieser Produkte enthielten viele weniger, keine oder andere Wirkstoffe als angegeben – dafür aber eine Reihe von Verunreinigungen. So kommt es zu erheblichen Nebenwirkungen, zum Beispiel schweren Leberschäden. Zudem haben dopende Sportler ein fünfmal höheres Risiko vorzeitig zu sterben.

Doping allein im Leistungssport zu verdammen verkennt den Ernst der Lage für die gesundheitliche Bedrohung insgesamt.

Dr. med., Dipl. Psych. Wolfgang Woynar
woynar@hausarzt-bremerhaven.de