Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Bewegung ist Leben. Na klar! Aber warum treiben Menschen Sport? Warum treiben SIE Sport?
Die meisten nutzen Sport als Ausgleich für eine überwiegend sitzende Tätigkeit und in höherem Lebensalter, um etwas für die Gesundheit zu tun. Um fit zu bleiben.
Andere treiben Sport, weil es Spaß macht, um zu entspannen und andere Leute zu treffen. Oder um etwas für die Figur zu tun, Frauen mehr als Männer – die Jüngeren mehr als die Älteren. Wieder Andere treiben Sport um einen Ausgleich zum beruflichen Stress zu finden. Denn der Leistungsdruck nimmt ständig zu und zugleich die Hektik, zuweilen fehlt zudem die Anerkennung. Deshalb suchen Berufstätige einen entsprechenden Ausgleich auf der sportlichen Ebene.

Gesichertes Wissen ist: körperliche Bewegung jedweder Art fördert unsere Gesundheit. Regelmäßige Bewegung kann viele Krankheiten vermeiden helfen und selbst bei bereits eingetretener Erkrankung wirkt Bewegung lindernd. Sport hilft in vielfältiger Weise: Sport schärft das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil. Sport vermindert die Anfälligkeit für Drogen und Gewalt. Sport kann das Gefühl von Isolierung und Einsamkeit reduzieren. Sport ist körperlicher und seelischer Ausgleich – ganz gleich ob er im Verein, Fitnessstudio oder privat mit Freunden ausgeübt wird. Sport leistet also nicht nur gesundheitliche Vorsorge, sondern auch soziale Prävention. Soziale Integration wird durch Sport wesentlich unterstützt. Darüber hinaus leistet Sport viel für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Der wesentliche Schritt zur Verbesserung Ihrer Gesundheit ist derjenige von der Inaktivität zur Aktivität. Meine Empfehlung: am besten eine halbe Stunde täglich. Glauben Sie mir, die Argumente „warum es nicht geht“ – ich kenne sie alle. Es bringt nicht weiter, sich stundenlang darüber auszulassen, warum es nicht geht. Beruflich, privat, in der Politik - es gilt immer das Gleiche: Fünf Minuten intensiv darüber nachzudenken „wie geht es?“, ist weitaus produktiver.

„Gesunder Sport“ ist Ausdauertraining im aeroben Bereich. Zuerst Steigerung der Häufigkeit/Anzahl der Trainingseinheiten, dann Steigerung des Trainingumfangs (Dauer) und zuletzt - wenn überhaupt – Steigerung der Trainingsintensität. Pulskontrollen sind sehr zu empfehlen. Ihr Motto sollte sein: „Öfter, länger, (schneller)“. Kraft- und Ausdauertraining lohnt sich auch nach dem 50.Lebensjahr. Diese Tatsache wurde noch vor Jahren bezweifelt. Untersuchungen an Hochbetagten (Durchschnitt 87 Jahre) ergaben Kraftzunahmen von bis zu 200 %.

Mehr Kraft heißt weniger Stürze! Die Sturzgefahr im Alter vermeiden heißt: weniger Knochenbrüche (mit einer Letalität von achtzehn Prozent)! Dazu sollte man wissen: Kraftmaschinen sind besser als Freihanteln und Gummizüge, da bessere Dosierbarkeit der Belastung, Entlastung des Rückens und geringeres Verletzungsrisiko.

Meine Bitte: betreiben Sie Kraftausdauertraining, kein Training der Maximalkraft; etwa 10 - 15 Wiederholungen à 1 - 2 Serien von 20 - 40 % Ihrer Maximalkraft.

Kraft und Ausdauer sind zwei Seiten einer Medaille: Die Steigerung der Frequenz bei gleicher Belastung trainiert stärker die Ausdauerleistung - Steigerung der Belastung bei gleicher Frequenz stärker die Kraft.

Zu einem weiteren wichtigen Thema: Studien belegen, dass die sportmotorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen sich verschlechtert. Mädchen treiben deutlich weniger Sport als Jungen. Jugendliche der höheren Altersgruppen (17 und 18 Jahre) treiben weniger Sport. Bewegungsmangel aber ist der frühe Einstieg in Übergewicht und Fettleibigkeit. Ärzte in aller Welt warnen vor den Gesundheitsfolgen.

Beruflicher Erfolg ist auf Dauer nur durch körperliche und mentale Fitness zu erzielen!
In Kürze meine Trainingsempfehlungen:
* Puls: 170 minus 1/2 Lebensalter,
* Unterhaltung sollte gut möglich sein,
* 80% - 85% der anaeroben Schwelle (entsprechend 70% - 75% des Maximal-Pulses),
* 70% der anaeroben Schwelle (entsprechend 60% des Maximal-Pulses) zur Fettverbrennung.

Sportartspezifische sportärztliche Empfehlungen sind zu befolgen. Achtung: Medikamente können die Herzfrequenz beeinflussen (z.B. Betablocker).

Das vielzitierte Argument Sport ist Mord gilt nur bei verminderter Immunabwehr (bei hochintensivem Training), bei Verletzungen, Überlastungsschäden, Lungenbelastung (z.B. Ozon). Negative Effekte von Ausdauersport, sind schockierende Todesfälle (1 pro 500'000 Stunden Freizeitsport, bei Wettkämpfen: 1 pro 130'000 Laufstunden).

Eine sportmedizinische Untersuchung wird aus gutem Grund empfohlen.

Vielleicht leben Sportler nicht länger als Nichtsportler, aber sie bleiben länger jung! Sport führt nachweislich zur Verbesserung der Lebensqualität: weniger Schwindel, weniger Atemnot, mehr Kraft. Wir werden durch Sport beweglicher, ausdauernder, kräftiger, aber auch widerstandsfähiger und gesünder.

… für Ihre Gesundheit alles Gute!

Ihr Wolfgang woynar

Herzlichst Ihr Wolfgang Woynar


Der Sportarzt rät: empfehlenswerte Sportarten

Das Thema des heutigen GESUNDHEITS-FORUM ist „Sport und Gesundheit. Ich möchte Ihnen helfen, die für Sie geeignete Sportart herauszufinden. Zudem möchte ich Ihr eigenes Engagement stärken: denn es gibt einiges, was Sie selber tun können um gesund zu bleiben und Beschwerden vorzubeugen! Das alles kann das Gespräch mit Ihrem Arzt möglicherweise ergänzen, aber nicht ersetzen.

Sport, insbesondere Ausdauersport hat positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System und auf den Bewegungsapparat (Muskeln, Sehnen, Bänder, Knochen) und stärkt das allgemeine Wohlbefinden.

Alle "Neueinsteiger" ab dem 35. Lebensjahr sowie Personen mit vorausgegangener Erkrankung sollten sich vor Aufnahme der sportlichen Aktivität einer sportmedizinischen Untersuchung inklusive Belastungs- EKG unterziehen, um den Leistungszustand evaluieren und ein individuelles Trainingsprogramm aufstellen zu lassen. Überlastungen mit Gefahren für Herz, Kreislauf und Bewegungsapparat können somit verringert werden. Bei grippalen Infekten, großer Hitze und unmittelbar nach dem Essen sollte auf ein Training verzichtet werden.

Zur Vermeidung von Fehlbelastungen ist die Beherrschung der richtigen Technik wichtig. Häufig tragen Haltungsstörungen und -schäden trotz richtiger Übungsausführung zu Fehlbelastungen und Schmerzen am Bewegungsapparat bei, da dieser unphysiologisch belastet wird. Durch eine sportmedizinische Untersuchung können derartige Probleme im Vorfeld erkannt und Gefahren vorgebeugt werden.

Nicht für jeden sind also alle Sportarten gleich gut geeignet. Aus sportmedizinischer Sicht sind vor allem rhythmische Sportarten mit dynamischen Bewegungsabläufen, zum Beispiel Gehen, Laufen, Walken, Radfahren, Skilanglauf besonders empfehlenswert.

Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin


Radfahren / Radsport

In Zeiten hoher Benzinpreise schwingen sich immer Bundesbürger schwingen aufs Rad.

Radeln fördert die Ausdauer, stärkt das Herz-Kreislauf-System, ist gut in den Alltag integrierbar und zählt aus sportmedizinischer Perspektive zu den empfehlenswerten Sportarten. Auch bei bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie beispielsweise degenerativen Gelenkerkrankungen, können Sie bedenkenlos Rad fahren.

Zu den großen Vorteilen beim Radfahren gehört die Tatsache, dass die körperliche Belastung gut dosierbar ist und stets an den individuellen Leistungsstand angeglichen werden kann.
Das Körpergewicht wird vom Rad getragen, so dass das Sitzen im Sattel Wirbelsäule und Gelenke schont. Das ist für Übergewichtige und Menschen mit degenerativen Erkrankungen wichtig.

Der Sportarzt rät:
Benutzen Sie kleine Gänge bei hoher Trittfrequenz.
Meiden Sie Überbelastung und erzwingen Sie keine unnatürliche Haltung – wie z.B. Querfeldeinstrecken und starken Steigungen.

Beim Radfahren wird die Muskulatur ungleichmäßig beansprucht, d.h. die Vorderseite des Oberschenkels wird stärker beansprucht als die Rückseite. Muskelverkürzungen und Knieschmerzen können die Folge sein. Ebenso Schmerzen der Rücken-, Schulter- und Nackenmuskulatur, die nach längeren Touren durch Verspannungen und Verkürzungen der Muskeln durch ständiges Vorbeugen des Oberkörpers über den Lenker auftreten können. Kräftige Bauch- und Rückenmuskeln üben eine entsprechende Haltefunktion aus und beugen Beschwerden des Bewegungsapparates, vor allem der Wirbelsäule, vor.

Radfahrer klagen vermehrt über Probleme im Po/Sitzbereich, Rücken, Nacken und Zehen, Ellenbogen. Ein ausgedehntes Stretching kann hier Abhilfe schaffen.

Grundsätzlich sollten Sie regelmäßig Fahrrad fahren. Reines "Wochenendfahren" ist eher nicht sinnvoll, da sich weder Gelenke noch das Herz-Kreislauf-System langsam und kontinuierlich auf die Belastung einstellen können. Sie sollten mindestens zwei bis dreimal pro Woche aufs Rad steigen und nach einer circa fünfminütigen Aufwärmphase (langsames Radeln) ein zügiges, gleichmäßiges Tempo anschlagen. Bei Ermüdungsanzeichen verringern Sie das Tempo. Eine Trainingseinheit endet mit einer Abwärmphase bei reduziertem Tempo. Vor allem bei längeren Touren sind aktive Pausen mit Lockerungs- und Dehnübungen angezeigt.

Radsport trägt bis ins hohe Alter zum Erhalt und zur Verbesserung der körperlichen Fitness bei. Eine möglichst individuelle Abstimmung von Rahmengröße, Sattelhöhe und Sitzposition beugt Fehlbelastungen vor und erhöht den "Spaß-Effekt"! Die richtige Sattelhöhe (Knie stets leicht gebeugt) gewährleistet eine gesunde Beanspruchung von Ober- und Unterschenkelmuskulatur ohne die Kniegelenke zu belasten. Bei der idealen Sitzposition ist der Oberkörper etwa im 45° Winkel nach vorne geneigt (Lenker ca. 3-4 cm niedriger als der Sattel).
Wer Rückenprobleme hat sollte aufrechter, das heißt eher gerade sitzen. Von der Seite betrachtet ist der Sattel passend eingestellt, wenn das Lot von der Vorderkante des Knies knapp vor der Pedalachse liegt. Zudem empfehlenswert sind spezielle Gesundheitslenker, Schuhe mit Profil, angepasste Kleidung und natürlich ein Helm.


Laufen/ Joggen

Der Laufsport ist aus sportmedizinischer Sicht empfehlenswert, rückenfreundlich und zugleich am wenigsten verletzungsgefährdend, wenn auf den richtigen Untergrund, das richtige Schuhwerk und natürlich die richtige Technik geachtet wird.

Regelmäßiges Joggen ist ideal für Herz und Kreislauf. Die Ausdauer wird verbessert, der Stoffwechsel ökonomisiert, das Atemvolumen vergrößert, das Herz trainiert, das Immunsystem stimuliert, Joggen setzt Glückshormone frei und erhöht die Stresstoleranz.

Es kommt zu einer besseren osmotischen Ernährung der Bandscheiben und zur Kräftigung des Bewegungsapparates. Die Gesamtleistungsfähigkeit des Organismus wird gesteigert.
Wer die richtige Technik vernachlässigt, belastet nicht nur unnötig seinen Kreislauf, sondern schadet auch seinen Gelenken. Die Folge können Schmerzen, Verstauchungen und Knochenbrüche sein.

Übergewichtige, die "abspecken" und etwas für ihre Gesundheit tun wollen, sollten daher nicht mit Joggen beginnen, sondern ihre Leistungsfähigkeit kontinuierlich steigern und dem Körper, zum Beispiel durch Walken, Radfahren oder Schwimmen auf gelenkschonende Weise die Möglichkeit geben, sich an die Belastung zu gewöhnen.

Asphaltierter oder betonierter Untergrund sowie Strecken mit starken Steigungen und Gefällen sollten Sie wegen der Stauchbelastungen, die bei falscher Lauftechnik auftreten können, meiden. Das Laufen auf weichen, ebenen Wiesen oder Waldböden beugt einer übermäßigen Beanspruchung von Wirbelsäule und Gelenken vor.

Ihre Laufschuhe sollten bequem sein, festen Halt bieten und über eine rutschfeste, stoßdämpfende Sohle verfügen. Neben dem richtigen Untergrund und Material ist die Lauftechnik entscheidend für ein verletzungsfreies Training. Der Fuß sollte möglichst mit der Ferse aufgesetzt und dann und dann über die ganze Sohle abgerollt werden. Die Füße heben Sie dabei nur wenig vom Boden ab. Kleine Schritte sparen Kraft und tragen dazu bei, die Gelenke zu schonen. Die Körperhaltung ist aufrecht und leicht nach vorne gebeugt. Die angewinkelten Arme schwingen im Laufrhythmus mit, während die Hände zu einer lockeren Faust geschlossen sind.

Integrieren Sie das Lauftraining an mindestens zwei Tagen der Woche fest in Ihren Alltag. Als Neueinsteiger sollten Sie Ihre Trainingszeiten schrittweise erhöhen und die Pausenzeiten (Gehpausen) dabei allmählich reduzieren. Während des Laufens sollten Sie sich wohl fühlen und nie außer Atem kommen, dass heißt, es sollte stets eine Unterhaltung möglich sein. Zur Kontrolle der Belastungsintensität über die Herzfrequenz, die laut einer Faustregel bei 180 minus Lebensalter liegen sollte, können Sie Pulskontrollen in den Erholungsphasen und nach Beendigung der Belastung vornehmen.

Wie bei allen Sportarten ist auch vor dem Lauftraining ein adäquates Aufwärmprogramm ratsam. Oberschenkel und Leistengegend sollten stets gründlich gedehnt werden. Nach Beendigung der Belastung ist ein intensives Stretching-Programm empfehlenswert.

Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin


Walking / Walken

"Gehen ist die beste Medizin." In den USA hat der Gesundheitssport mit einigen Millionen aktiven Walkern die Sportart Joggen bereits "überholt".

Walken kann jeder, ob jung oder alt, dick oder dünn. Ärzte empfehlen vor allem älteren Menschen, Übergewichtigen und sportlichen Neueinsteigern zu "Gehen" anstatt zu "Rennen". Walken stellt einen optimalen Einstieg in das Ausdauertraining dar und das Gehtempo kann leichter der individuellen Belastbarkeit angepasst werden. Überforderungen des aktiven und passiven Bewegungsapparates können vermieden, überflüssige Pfunde gefahrlos und fast nebenbei abtrainiert werden.

Die Technik ist sehr einfach. Prinzipiell handelt es sich um schnelles, sportliches "Marschieren" mit besonders betontem Armeinsatz, das heißt mit bewusstem gegengleichen Schwingen der angewinkelten Arme.

Walken – so geht`s

• Blick 5m voraus auf den Boden,
• Kinn nach innen, Nacken lang, Schultern unten lassen und leicht nach hinten ziehen
• Hände: leicht geöffnete Faust
• Brustkorb heben
• Bauch einziehen, leicht anspannen
• Armee leicht spitz angewinkelt
• Ellenbogen parallel, nahe am Körper
• Füße abrollen


Walken darf nicht mit der Wettkampfsportart "Gehen" verwechselt werden, bei der Höchstleistung angestrebt wird. Extreme Hüftrotationen, mit denen die Wettkampfgeher versuchen, kurze Bodenkontaktzeiten zu erreichen und dadurch das Tempo zu erhöhen, werden beim Walken vermieden, dass heißt das typische und schädliche "Hüftwackeln" bleibt aus.

Verletzungen von Muskeln, Bändern und Gelenken kommen beim Walken praktisch nicht vor, im Gegensatz zum Joggen, weil immer ein Fuß die Erde berührt.

Sportmedizinisch bietet diese Sportart wegen des dynamischen Bewegungsablaufes ohne Stauchbelastungen der Gelenke den Vorteil, schonend Herz-Kreislauf-System und zugleich die Ausdauer zu trainieren.

Spaß, Fitness, Gesundheit stehen dabei im Vordergrund: je nach Gusto, gemütlich oder flott, meditativ/entspannend oder schnell/ "powervoll". Inzwischen gibt es Walking in vielerlei Variationen, zum Beispiel als Hill- Walking, Nordic- Walking, Power- Walking und Walking im Wasser. Nordic- Walking mit Stöcken stärkt zusätzlich die Muskulatur des Oberkörpers.


Egal für welche Form des Walkens Sie sich entscheiden, "gehen" Sie es an - besser heute als morgen!


Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin


Schwimmen

Diese Sportart ist beliebt und ausgesprochen gesund zugleich.

Die Auftriebskraft des Wassers reduziert die Schwerkraft unseres Körpergewichtes auf etwa ein Zehntel! Das führt zur Entlastung von Wirbelsäule, Gelenken und Bändern werden geschont. Bewegungs- sowie Belastungsmöglichkeiten werden für Patienten mit bestehenden Problemen des Bewegungsapparates erweitert.

Bei gleichem Krafteinsatz werden Bewegungen wegen des Wasserwiderstandes langsamer ausgeführt. Überbelastungen werden vermieden und es kommt zur Kräftigung der Muskulatur sowie Verbesserung der Ausdauerfähigkeit.

Die richtige Technik der einzelnen Schwimmstile ist abhängig insbesondere von Bewegungseinschränkungen, Belastbarkeit, Zielsetzungen, u.a.

Brustschwimmen kann bei korrekter Bewegungsausführung ideal zur Mobilisation der Wirbelsäule eingesetzt werden. Allerdings kommt es zu einer ständigen Überbelastung der Hals- und Brustwirbelsäule, wenn Sie mit erhobenem Kopf schwimmen bzw. keine Wasserausatmung ausführen. Die dauerhafte Hohlkreuzbildung und Überstreckung der Halswirbelsäule führt zu einer erhöhten Belastung der Bandscheiben mit zuweilen schmerzhaften Folgen.

Die typische "Schere der Beine" kann bei mangelhafter Technik zum sog. "Brustschwimmer-Knie" führen. Die Folge sind Schmerzen an der Innenseite des Knies, bedingt durch die Überbelastung von Innenband und Meniskus.

Rückenschwimmen ist aus sportmedizinischer Sicht optimal für die Wirbelsäule, bedarf aber einer intensiven Technikschulung.

Der Sportarzt rät:

Vermeiden Sie einseitige Belastungen des Bewegungsapparates, indem Sie mehrere Schwimmstile kombinieren. Ziehen Sie Ihre Bahnen gleichmäßig und zügig. Zur Steigerung Ihrer Ausdauer ist es besser, lange Strecken langsam, als kurze Strecken schnell zu schwimmen. Erhöhen Sie langsam und kontinuierlich die Streckenlänge während Sie die Pausenzeiten verkürzen.

 

Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin


Inline- Skaten

Inline- Skaten hat sich zum Volkssport entwickelt. Durch die gleitenden, runden Bewegungsabläufe ist das Skaten vergleichbar mit dem Schlittschuh- und Skilanglauf.

Der hohe Erlebniswert und Spaßfaktor, das Gefühl der Freiheit auf Rollen, im richtigen Rhythmus geradezu schwerelos dahinzugleiten, fasziniert alle Altersgruppen.

Inline- Skaten steigert die konditionelle Fitness im Sinne eines gesundheitsfördernden Herz-Kreislauf-Trainings, denn durch die langsamen, gleitenden Bewegungen ermüdet die Muskulatur nicht so schnell. Zugleich beansprucht es die wichtigsten Muskelgruppen und fördert Kraft, Gleichgewichtssinn (Koordination) und Beweglichkeit.

Sportmediziner empfehlen Inline- Skaten, weil durch die harmonischen, runden und fließenden Bewegungen nur geringe Belastungen des Stütz- und Bewegungsapparates auftreten.

Im Vergleich zum Joggen werden Gelenke (Fuß-, Knie und Hüftgelenke) sowie die S-förmige Wirbelsäule weniger stark beansprucht. Die Gelenke sollten beim Skaten stets im Lot belastet werden bzw. in der Gleitphase sollten Nase, Knie- und Fußgelenke eine gerade Linie bilden. Halten Sie Knie- und Hüftgelenke stets leicht gebeugt.

Nach Stürzen kommt es immer wieder zu Verletzungen. Gründe hierfür sind häufig die fehlende Fertigkeit der richtigen Fahr-, Brems- und Falltechnik, sowie fehlende Schutzausrüstung. Besonders gefährdet sind Hand-, Ellbogen- und Kniegelenke.

Der Sportarzt rät:

Erlernen Sie Inline- Skaten unter fachlicher Anleitung in Übungskursen richtig. Derartige Kurse werden von den Vereinen angeboten. Je besser die Sportart beherrscht wird, desto geringer ist das Verletzungsrisiko und desto deutlicher werden gesundheitsfördernde Aspekte.

Neben der richtigen Technik sind Helm, sowie Hand-, Ellbogen- und Knieschützer ein Muss - nicht nur für jeden Neueinsteiger.

Insbesondere für Anfänger und ältere Menschen, die eine längere Sportpause hinter sich haben, kann der gelenkschonende Ausdauersport der ideale Weg zum Wiedereinstieg in den Sport sein. Übergewichtige werden überflüssige Pfunde los und stärken ihren Kreislauf.

 

Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin


Krafttraining

Muskeln ermöglichen unseren aufrechten Gang und unsere Bewegungen. Abgeschwächte Muskeln können diese Aufgaben bei Belastungen des privaten und beruflichen Alltags nicht immer erfüllen. Die Folge: Fehlbelastungen und Schmerzen.

Starke Muskeln und Bänder beugen Gelenkbeschwerden aller Art wirksam vor. Kräftige Bauch- und Rückenmuskeln verhindern Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule.

Adäquates Krafttraining unterliegt keiner Altersbeschränkung. Ein Muskelaufbau ist in jedem Alter möglich, er wirkt dem physiologischen Muskelabbau entgegen und steigert die Leistungsfähigkeit.

Der Sportarzt rät:
Nach längerer Sportpause ist vor Beginn des Trainings eine sportärztliche Untersuchung notwendig.
Durch ein "sinnvolles", d.h. individuell abgestimmtes Krafttraining können Sie gezielt Ihre muskulären Defizite beseitigen, verkürzte Muskeln dehnen und die Muskelkraft verbessern.

Vor allem der Kraftausdauer kommt eine besondere Bedeutung zu. Trainieren Sie mit geringen Gewichten und hohen Wiederholungsserien. Die Gewichtslast sollte erst dann erhöht werden, wenn sich neben der Muskulatur auch Bänder, Sehnen und Knochen an den Trainingsreiz angepasst haben.

Unter Anleitung wählen Sie ein langsames bis zügiges Tempo, bei dem Sie Ihre Bewegungen gut kontrollieren können. Atmen Sie gleichmäßig und vermeiden Sie Pressatmung. Das Training sollte mindestens zweimal wöchentlich, über 45-60 Minuten durchgeführt werden.

Verschiedene Studien zeigen auch im Alter gute Anpassungen des Bewegungsapparates an kräftigende Trainingsreize. Nicht nur das: die Koordination und damit der Gleichgewichtssinn werden verbessert und damit die Sturzgefahr im Alter gemindert.



Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin


Herzlichst Ihr Wolfgang Woynar