Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Kaum ein Mensch bleibt im Laufe seines Lebens von Rückenschmerzen verschont. Ob diese chronisch werden, hängt von vielen Faktoren ab. Eine Tendenz zeichnet sich ab: die Ursache „moderne Arbeitsbedingungen“, vor allem stundenlanges, regungsloses Sitzen am Computer nimmt zu. Der Grund „schwere körperliche Arbeit“ ist dagegen eher rückläufig.

Das Gros der Rückenschmerzen ist unspezifischer Natur, das heißt, eine Ursache lässt sich nicht dingfest machen.

Nach wie vor besteht großer Erklärungsnotstand, warum beispielsweise zwischen nachgewiesenen Veränderungen bei bildgebenden Verfahren (Röntgen/ CT/ MRT) und klinischer Symptomatik derart geringe Korrelationen bestehen. Unter welchen Bedingungen diesen angeblich objektiven Befunden tatsächlich Krankheitswert zukommt, bleibt in vielen Fällen strittig. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand sollten bildgebende Verfahren in der Rückenschmerz– Diagnostik zurückhaltend und nur bei begründetem Verdacht eingesetzt werden. Zum Beispiel bei neurologischen Symptomen, wie ins Bein ziehende Schmerzen, Taubheitsgefühl oder bei strukturellen Veränderungen am Spinalkanal

Akute unspezifische Rückenschmerzen haben eine gute Prognose und sind in der Regel nach wenigen Tagen bis Wochen wieder abgeklungen. Allerdings ist die Rückfallquote hoch und dann drohen dauerhafte Schmerzen.

Man hat längst eine Fülle von Risikofaktoren identifiziert, die zu chronischen Verläufen prädisponieren. Neben Alter und mangelhafter körperlicher Fitness (schwache Rücken- und Bauchmuskulatur) sind dies: Übergewicht, Stress sowie Unzufriedenheit im Beruf, Rentenbegehren.
Daneben sind auch berufs- und freizeitspezifische sowie einseitig- monotone Belastungen zu berücksichtigen, wie falsches Heben und Bücken, ungünstige Körperhaltung, ständige Vibrationen bei Lastwagenfahrern, PC- Arbeiten.

Wichtigste Maßnahme in der Rückenschmerz- Behandlung ist die Quantifizierung des Schmerzen anhand der visuellen Analogskala – ein ebenso einfaches wie hilfreiches Instrument und die konsequente Behandlung, bevorzugt mit Medikamenten (NSAR), um die Bewegungsfähigkeit so rasch wie möglich wieder herzustellen. Von Bettruhe oder jeder anderen Art der Ruhigstellung sind keine positiven Effekte zu erwarten.

In der Langzeitbetreuung von Rückenschmerz- Patienten gilt es vor allem die Beweglichkeit mit physikalischen Maßnahmen und Rückenschulung aufrechtzuerhalten. Eine sorgfältige Anleitung zur „richtigen“ Bewegung ist unerlässlich.

Zusätzliche Therapiemaßnahmen, etwa Manualtherapie, Antidepressiva, Akupunktur oder Psychotherapie können – obwohl nur schlecht belegt –hilfreich sein. Muskelrelaxantien erweisen sich ebenfalls als wirksam, haben aber nachteilige sedierende Nebenwirkungen.
Häufige Rezidive begünstigen das Chronifizieren der Beschwerden. Operative Maßnahmen bleiben auf wenige Ausnahmen beschränkt.

Muskel- und Haltungstraining bleibt nach wie vor das beste Mittel gegen Rückenschmerzen.

Für Ihre Gesundheit alles Gute wünscht 
Ihr Wolfgang Woynar

Herzlichst Ihr Wolfgang Woynar


Den Teufelskreis durchbrechen


Bisweilen kommt er urplötzlich: der Rückenschmerz. Stechend Schmerz durchzuckt er den Körper beim Bücken im Garten oder beim Heben einer Bierkiste. Manchmal beginnen die Symptome schleichend, mal stärker, mal schwächer. Der Rückenschmerz ist eine Volkskrankheit. Nur wenige bleiben in ihrem Leben von diesem Leiden verschont.

Bei 70 bis 80 Prozent der Betroffenen bessern sich die Beschwerden innerhalb von zwei Wochen.

Nur bei einem von zehn Patienten dauern die Schmerzen länger als sechs Wochen. Ärzte sprechen dann von chronischen Rückenschmerzen.

Doch ganz gleich ob akuter Hexenschuss oder chronische Schmerzen: der so geplagte Patient will die Qual so schnell wie irgend möglich loswerden. In den meisten Fällen können Rückensschmerzen in der Hausarztpraxis mit einfachen Mitteln, Medikamenten und Bewegung erfolgreich behandelt werden. Entzündungshemmende Mittel lindern den Schmerz, Tabletten genauso wie Tropfen. Wichtig ist jedoch immer die regelmäßige Einnahme, nicht erst dann, wenn die Schmerzen am unerträglichsten sind. In bestimmten Fällen spritzt der Arzt außerdem Schmerzmittel in Kombination mit Kortison.

Ergänzend schaffen die altbewährten Hausmittelchen Abhilfe: die traditionelle Wärmflasche, Kirschkernkissen, ein heißes Bad, Rotlicht oder feuchtwarme Wickel entspannen die verkrampfte Rückenmuskulatur und durchbrechen damit den Teufelskreis von Verspannung uns schmerz. Zuweilen helfen auch Kältepackungen. Bettruhe empfehlen Ärzte nur in Extremfällen, und dann nicht länger als maximal zwei, drei Tage. Auch wenn es schwer fällt: mit akuten Rückenschmerzen sollten Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, sobald wie möglich wieder bewegen. Der Grund: ohne Bewegung verkrampft die Muskulatur zunehmend mit der Folge, dass der Schmerz wird chronisch.

Krankengymnastik kann gezielt bestimmte Muskelgruppen stärken. Manipulationen, wie die Dehnung der Wirbelsäule und ihrer Muskulatur, oder das Einrenken können akute Schmerzen beseitigen. Wie zum Beispiel bei dem Patienten, der sich verhoben hat und ganz schief zur Praxistür herein kommt. Jedermann weiß, das tut höllisch weh, wenn sich die Bandscheibe offensichtlich gelockert hat und die beiden hinteren Wirbelgelenke verkantet sind. Manchmal die richtige Maßnahme, und der Schmerz ist in Minuten verschwunden.

Neun von zehn aller akut auftretenden Rückenschmerzen bessern sich mit diesen Maßnahmen. Ursachen sind Alterungsprozesse der Wirbelkörper, Verspannungen oder seelische Belastungen.

Nur bei etwa fünf von hundert Patienten steckt eine ernste Ursache dahinter. Merkmale sind etwa immer stärker werdende Schmerzen, die Beine fühlen sich schwächer als gewohnt an, Taubheitsgefühl und Kribbeln treten auf, zuweilen können Urin oder Stuhl nicht mehr gehalten werden. Dann sollte schnellstmöglich ein Orthopäde oder Neurochirurg aufgesucht werden, denn diese Symptome können auf einen Bandscheibenvorfall, eine Entzündung oder einen Tumor hinweisen. Die Frage ist zu klären, was die Beschwerden verursacht, um eine entsprechende Therapie einleiten zu können. Selbst bei einem Bandscheibenvorfall, der auf die Nervenwurzel drückt, bei einer Verengung des Wirbelkanals oder bei starken Alterungsprozessen der Wirbelsäule wird zunächst einmal versucht, die Spontanheilung und die Wirkung der konservativen Maßnahmen abzuwarten. Operiert wird erst dann, wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind.

Bessern sich akute Rückenschmerzen nach zwei Wochen nicht von selbst, überweist der Hausarzt seinen Patienten an deinen Orthopäden. Ursache chronischer Rückenschmerzen sind häufig Alterungsprozessen der Wirbelsäule oder wiederholte Bandscheibenvorfälle. Hier werden gezielt lokale Betäubungsmittel an bestimmte Strukturen des Rückens injiziert. Der Arzt kann damit herausfinden, ob der akute Schmerz vom gelenk, vom Nerv oder von der Bandscheibe kommt. Nachfolgend werden unterschiedliche Verfahren angewendet. Schmerztherapeuten empfehlen ein Therapiekonzept aus Bewegung, Medikamenten, Krankengymnastik, Rückenschulung und alternativen Verfahren.

Sowohl bei akuten Schmerzen als auch bei chronischen Schmerzen ist eine individuelle Therapie wichtig. In den meisten Fällen liegt keine schlimme Ursache vor. Der Hausarzt ihres Vertrauens hat hinreichende Erfahrung und wird sie im Bedarfsfall in Zusammenarbeit mit dem Orthopäden, Neurochirurgen oder Schmerztherapeuten von ihren Beschwerden befreien.

Dr. med. Wolfgang Woynar
Facharzt für Allgemeinmedizin-Sportmedizin
www.hausarzt-bremerhaven.de


So senken Sie Ihr Osteoporoserisiko

• Der beste Schutz vor Osteoporose ist eine gesunde Lebensweise, die beeinflussbare Risikofaktoren vermeidet. Seien Sie gut zu Ihren Knochen Mehr dazu sagt Ihnen Ihr Hausarzt.

• Knochen brauchen Kalzium: Normalerweise etwa 1000 Milligramm täglich, nach der Menopause sogar noch mehr. Kalzium ist in vielen Lebensmitteln reichlich zu finden, zum Beispiel in Milch, Joghurt und Käse. Besonders viel Kalzium bieten übrigens Emmentaler, sowie Grünkohl. Hüten sollten Sie sich vor dem Kalziumräuber Phosphor. Dies findet sich vor allem in Wurstwaren, in Colagetränken oder in den Konservierungsstoffen von Fertiggerichten.
Merke: Zu viel Hamburger und Cola gehen an die Knochen.

• Wenn uns die Sonne scheint, bildet der Körper in der Haut Vitamin D. Dies sorgt wiederum dafür, dass Kalzium aus dem Darm ins Blut aufgenommen und in den Knochen eingebaut werden kann. Also: Viel Sonne - und Ihre Knochen freuen sich. Wenn die Sonne nicht scheint und im Winter helfen Vitamin-D-haltige Nahrungsmittel, zum Beispiel Seefische wie Hering, Lachs, Heilbutt und Makrele. Natürlich kann Vitamin D auch in Form von Tabletten aufgenommen werden.

• Durch sportliche Aktivitäten wird der lokale Knochenstoffwechsel gefördert, und Kalzium wird in den Knochen eingebaut. Ganz gleich ob Sie leichte Gymnastik, Schwimmen, Fahrradfahren, Walking oder andere Sportarten bevorzugen: Regelmäßige und ausreichende Bewegung hält nicht nur Herz und Kreislauf fit - sondern auch Ihre Knochen.

Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin - Sportmedizin
www.hausarzt-bremerhaven.de